0:3! Krostitz kommt in Zwenkau unter die Räder

VfB Zwenkau - FSV Krostitz 3:0 (1:0)
Die Erste hat am Samstag ihr letztes Hinrundenspiel im Zwenkauer Eichholz mit 0:3 (0:1) verloren. Dabei präsentierte sich der FSV vor allem in der letzten halben Stunde unterirdisch schwach.

FSV-Trainer Mike Geppert plagten schon vor dem Spiel große Besetzungsprpbleme. Neben dem Langzeitverletzten Christian Bettfür fehlten diesmal auch Michael Wege und Björn Bergfeld verletzt. Außerdem musste der FSV auf Heiko Bohnet verzichten, der gegen RB Leipzig seine fünfte Gelbe Karte gesehen hatte. Für Bohnet rückte Marco Wünsch ins Mittelfeld und auf der Libero-Position durfte, wie schon in der Vorwoche, erneut Helmut Gerhardt ran.

Die Zwenkauer begannen wie die Feuerwehr und mit dem standesgemäßen Selbstvertrauen eines Tabellenzweiten. Der FSV beschränkte sich zunächst aufs Verteidigen und versuchte, die Anfangsphase ohne Gegentor zu überstehen. Das gelang auch ganz gut, denn außer bei Standardsituationen und hohen Bällen kam der VfB kaum gefährlich in den Krostitzer Strafraum.

Mit zunehmender Spielzeit wurden die Bierdörfler dann mutiger und drängten nun ihrerseits die Zwenkauer immer mehr in deren Hälfte. Nach einer Viertelstunde hatte FSV-Stürmer Nico Müller die erste große Chance, die Führung zu erzielen.

Nico Müller vergibt klare Chancen

Logo VfB Zwenkau

Spielstatistik:
VfB Zwenkau – FSV

Torschützen:
1:0 Thieme (45.)
2:0 Winkler (70.)
3:0 Gläßer (80.)

Zuschauer:
145

Schiedsrichter:
Zeuge (Leipzig)

Assistenten:
Holger Walther, Thomas Kirchhof

Nach schöner Vorarbeit von Marco Wünsch kam Müller in der Mitte fünf Meter vor dem Tor vollkommen frei zum Kopfball, bekam aber nicht genug Druck hinter dem Ball, so dass VfB-Keeper Kutzner sicher zupackte (14.). Auf der Gegenseite machte es der Zwenkauer Sven Fritzsching kurz darauf zwar etwas besser, aber auch sein Kopfball auf den langen Pfosten wurde letztendlich eine sichere Beute von  FSV-Torwart André Stocklauser (19.).

Der FSV versteckte sich aber auch weiter nicht, störte immer wieder das Zwenkauer Aufbauspiel und kam so zu weiteren Möglichkeiten. Erneut war es der agile Nico Müller, der die Kugel nach einer Ecke von der rechten Seite per Kopf aufs Tornetz beförderte (22.) und kurz darauf nach einem Solo aus 18 Metern nur knapp links am Tor vorbei schoss (28.).

In der Folge bestimmten harte Zweikämpfe das Geschehen auf dem tiefen Platz im Zwenkauer Eichholz und Schiedsrichter Thomas Zeuge verteilte jede Menge Gelbe Karten an beide Teams.

Schock kurz vor dem Pausentee

Aber immerhin: Bis hierhin merkte man dem FSV das Bemühen an, nach sieben Spielen ohne Sieg endlich wieder dreifach zu punkten. Und wer weiß, wie die Partie ausgegangen wäre, wenn sich die Krostitzer Abwehr kurz vor der Pause nicht einmal mehr eine unerklärliche Schlafeinlage gegönnt hätte.

Einen Winkler-Hammer vom rechten Strafraumeck konnte FSV-Keeper André Stocklauser zunächst noch klären. Aber bei der darauf folgenden Ecke war er dann machtlos, als André Thieme im Fünfmeterraum schneller als sein Gegenspieler Daniel Pawlowsky schaltete und die Kugel quasi mit dem Pausenpfiff zur Zwenkauer Führung über die Linie drückte (45.).

Wie schon gegen RB Leipzig musste der FSV erneut einen Gegentreffer unmittelbar vor der Halbzeit hinnehmen – ein Luxus, den sich die Mannschaft in Zukunft nicht mehr allzu oft leisten sollte.

Mike Geppert stellt zur Pause um

In der Pause reagierte Mike Geppert und brachte für den glücklosen Daniel Pawlowsky Felix Koch in die Partie. Der angeschlagene Christoph Buse rückte dafür in den Sturm und sollte von Koch mit Zuspielen gefüttert werden. Ein Unterfangen, das im weiteren Spielverlauf nur selten funktionierte.

Denn nach dem Wiederanpfiff stellte der FSV seine Offensivbemühungen nahezu komplett ein. Die von Vorstopper Mario Schachtschneider gut organisierte Zwenkauer Defensive ließ kaum noch etwas zu und wenn doch einmal ein Ball auf das VfB-Tor kam, wurde er sichere Beute von Zwenkaus Torwart Patrick Kutzner.

Auf der Gegenseite kamen die Gastgeber zwar ebenfalls kaum zu klaren Möglichkeiten, weil auch Helmut Gerhardt seine Hintermannschaft im Griff hatte. Aber nach vorne kamen aus allen Mannschaftsteilen der Krostitzer zu wenig Impulse.

Krostitz völlig neben den Schuhen

So war es nur eine Frage der Zeit, ehe der VfB mit einem Konter auf 2:0 erhöhte. Nach einem langen Ball in die Spitze verschätzte sich André Stocklauser und kam zu zögerlich aus seinem Tor. Routinier Jörg Winkler bedankte sich und traf aus spitzem Winkel in die Krostitzer Maschen (70.).

Was jetzt folgte, war ein spielerischer Offenbarungseid für die Bierdörfler. Selbst einfachste Pässe über fünf Meter kamen nicht mehr an, immer wieder gingen die Bälle verloren. Man merkte jedem einzelnen Spieler das fehlende Selbstvertrauen an, das alleine mit den zuletzt seltenen Erfolgserlebnissen nicht zu erklären ist.

Die Zwenkauer schaukelten das Spiel ganz abgezockt über die Zeit und kamen sogar noch zum 3:0, als Tom Gläßer auf der rechten Seite von Thomas Rudolph ganz allein gelassen wurde und die Kugel ohne Mühe im FSV-Gehäuse unterbrachte (80.).

FSV sehnt die Winterpause herbei

Kurz darauf pfiff Schiedsrichter Zeuge dann ab und setzte damit einem Spiel ein Ende, das symptomatisch für die Hilflosigkeit war, die derzeit im Krostitzer Lager herrscht. Nach vorne zu harmlos und hinten immer wieder mit unerklärlichen Aussetzern – der FSV ist nur wenige Wochen nach seinem Höhenflug und dem Sprung auf Platz 2 wieder schmerzhaft auf dem Boden der Tatsachen gelandet.

Vor der Winterpause warten mit dem ESV Delitzsch und Alemannia Geithain jetzt noch zwei Gegner, gegen die die Bierdörfler Wiedergutmachung betrieben dürfen, um dann endlich in der dringend nötigen Winterpause neue Kräfte tanken zu können.

Martin Hoffmann

Die Aufstellungen:
FSV: Stocklauser – Roos, Gerhardt, Hobusch – Quasdorf – Wünsch, Buse, Schröer, Rudolph – Pawlowsky (46. Koch), N. Müller
VfB: Kutzner – Schachtschneider, Genzel, Sommer, Fritzsching, Korndörfer, Thieme, Winkler, Olbricht, Hinz (70. N. Weiß), Gläßer (83. Krause)

Zum Seitenanfang