Erste schlägt Stötteritz und zieht ins Pokal-Halbfinale ein

Die Erste ist am Samstag durch einen 2:0-Sieg gegen den SSV Stötteritz ins Halbfinale des Leipziger Bezirkspokals eingezogen. Den Ausschlag für den FSV gab dabei einmal mehr die bessere Chancenverwertung.

Obwohl der Umkleidetrakt im Kurt-Fuchs-Stadion noch nicht endgültig fertig saniert ist und die Kabinen nach wie vor eher einer Baustelle gleichen, konnte am Samstag in Krostitz gespielt werden. Der Platz war wegen des Wetters der letzten Tage tief und nur schwer bespielbar – aber immerhin konnte die letzte noch ausstehende Viertelfinal-Begegnung des Leipziger Bezirkspokals trotzdem angepfiffen werden.

Bei den Bierdörflern vertrat Helmut Gerhardt diesmal den am Oberschenkel verletzten Björn Bergfeld als Libero und machte seine Sache ordentlich. Im Mittelfeld durfte Christoph Buse wieder von Beginn an ran und sollte auf der Spielmacherposition die beiden Spitzen Nico Müller und Nicolai Schröer mit Zuspielen füttern.

Logo SSV Stötteritz

Spielstatistik:
FSV – SSV Stötteritz

Torschützen:
1:0 N. Müller (73.)
2:0 Hobusch (88.)

Zuschauer:
80

Schiedsrichter:
David Zühlke (Elstertrebnitz)

Assistenten:
B. Schneider, C. Weigelt

Die Stötteritzer reisten, obwohl sie seit Mitte Januar kein Pflichtspiel mehr bestritten hatten, nach zehn Partien in Folge ohne Niederlage mit großem Selbstvertrauen ins Kurt-Fuchs-Stadion. Trotzdem erwischten die Bierdörfler den besseren Start.

FSV mit den besseren Chancen

Vom Anpfiff weg versuchten sie, die Stötteritzer in deren eigener Hälfte festzusetzen und kauften den Gästen durch gutes Zweikampfverhalten im Mittelfeld früh den Schneid ab. Das führte zwangsläufig zu Torchancen, die aber zunächst leider nicht genutzt worden.

Nico Müller versuchte es sechs Meter vor dem Tor aus spitzem Winkel selber, statt in die Mitte zum besser postierten Christoph Buse rüberzulegen. Und auch Nicolai Schröer scheiterte mit der besten Krostitzer Gelegenheit des ersten Durchganges, als er freistehend vor dem Stötteritzer Tor verzog.

Nach und nach kamen aber auch die Gäste zu Torchancen. Doch André Stocklauser machte bei einem Schuss aus sechs Metern gut die kurze Ecke dicht (32.) und war auch bei der größten Stötteritzer Chance auf dem Posten. André Krahmer hatte sich auf der linken Außenbahn durchgesetzt und in die Mitte gepasst, wo Markus Bieleit das Leder an den Pfosten bugsierte, von wo es genau in die Arme des FSV-Hüters sprang (38.).

Stocklauser schießt Gerhardt KO

Auf der Gegenseite sorgte dann vor der Halbzeit nur der agile Nico Müller noch einmal für Gefahr, als er gegen die jetzt besser stehende SSV-Abwehr aus 19 Metern zum Schuss kam, das Leder aber über die Latte hämmerte (43.).

Auch im zweiten Durchgang blieb die Partie spannend. Sicher – auf dem holprigen Geläuf waren nur selten gute Spielzüge zu sehen. Aber kämpferisch schenkten sich beide Teams nichts und fighteten um jeden Meter.

In dieser Phase der Partie waren Torchancen aber Mangelware, weil sich die Stötteritzer Viererkette inzwischen auf die Krostitzer Angreifer eingestellt hatte und bei hohen Bällen nichts anbrennen ließ und auch die FSV-Defensive kaum Fehler machte.

Eine Schrecksekunde für die Bierdörfler gab es aber, als ein verunglückter Befreiungsschlag von André Stocklauser Helmut Gerhardt mit hohem Tempo am Kopf traf und den FSV-Libero für kurze Zeit außer Gefecht setzte. Doch kurz darauf ging es für Gerhardt weiter (61.).

Der Weg ins Halbfinale:

1. Runde:
Der FSV bekam ein Freilos.

2. Runde:
SV Tresenwald – FSV 2:3 (2:1)

Achtelfinale:
Alem. Geithain – FSV 0:1 (0:0)

Viertelfinale:
FSV – SSV Stötteritz 2:0 (0:0)

Nico Müller erzielt die Führung

Für Aufregung sorgte kurz darauf auch ein Müller-Tor für den FSV, das der umsichtige Schiedsrichter David Zühlke nach einem vermeintlichen Foul von Nicolai Schröer zur Verwunderung vieler im Stadion nicht gab (64.). Nur acht Minuten später klingelte es dann aber doch im Stötteritzer Kasten und diesmal sollte der Treffer zählen.

Tino Bohnet hatte sich auf der rechten Außenbahn schön durchgesetzt und in die Mitte geflankt, wo Nico Müller mit einem kurzen Antritt zum Ball kam und das Leder am langen Pfosten unhaltbar für SSV-Keeper Kai-Uwe Kretzschmar in die Maschen zimmerte (73.).

Das Tor tat dem Krostitzer Spiel sichtbar gut. Nur zwei Minuten nach der Führung versuchte es Christioph Schmidt vom rechten Strafraumeck, schoss das Leder aber knapp am langen Pfosten vorbei (75.). Den Stötteritzern fehlte ein wirkliches Konzept, um die FSV-Abwehr zu bezwingen. Nur bei Standardsituationen und zweiten Bällen sorgte der SSV für etwas Gefahr vorm Tor der Bierdörfler. Aber André Krahmers Versuche wurden meist eine sichere Beute von André Stocklauser oder verfehlten das Tor deutlich.

Chris Hobusch macht den Sack zu

Zwei Minuten vor dem Ende machten die Bierdörfler dann endgültig alles klar. Chris Hobusch störte allein auf weiter Flur 30 Meter vor dem Stötteritzer Gehäuse den Spielaufbau des SSV und fing einen Querpass ab. Was folgte war ganz großes Kino, denn statt in Richtung Tor zu dribbeln, überraschte der FSV-Dauerläufer den Stötteritzer Keeper mit einem platzierten Fernschuss ins rechte untere Eck und sorgte damit für die Entscheidung (88.).

Die Stötteritzer kamen nur noch einmal vor das FSV-Tor, aber bei einem Kopfball unmittelbar vor dem Abpfiff war André Stocklauser erneut auf dem Posten und hielt so den Sieg fest. Die Stötteritzer, die das allerletzte Aufbäumen vermissen ließen, zogen nach der ersten Niederlage seit Anfang Oktober mit hängenden Köpfen vom Platz.

Der FSV steht hingegen jetzt in der Runde der letzten Vier und trifft am Ostersamstag auswärts auf den neu gegründeten SV Mügeln-Ablaß 09, der zurzeit in der Bezirksklasse um den Aufstieg kämpft.

Martin Hoffmann

Spielbericht LVZ:

Trotz der schlechten Wetterverhältnisse konnte im Krostitzer Kurt-Fuchs-Stadion das Viertelfinale im Bezirkspokal stattfinden. Im Punktspiel mussten die Krostitzer noch eine Heimniederlage einstecken. Sie waren also gewarnt und agierten sehr zielstrebig. Am Ende siegten die Gastgeber mit 2:0 Toren (0:0).

Von Beginn an nahmen die Bierdörfler das Heft in die Hand und waren in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft. Nach 14 Minuten hatten sie die erste große Chance, um in Führung zu gehen. Nicolai Schröer wurde schön freigespielt, verzog aber. Acht Minuten später versuchte Nico Müller sein Glück, doch auch ihm gelang nicht der Führungstreffer. Nach einem Freistoß von Tino Bohnet kam Sascha Quasdorf zum Kopfball, aber er stieß das Leder genau in die Arme des Torwarts. Kurz vor der Pause tauchten die Gäste doch einmal ernsthaft vorm Krostitzer Gehäuse auf, doch Andrè Stocklauser konnte seinen Kasten weiterhin sauber halten. Torlos ging es in die Kabine.

Nach der Halbzeitpause waren Chancen auf beiden Seiten zunächst Mangelware. In der 72. Minute gelang dem FSV dann doch der Führungstreffer, als Tino Bohnet mit einer weiten Flanke Nico Müller bediente. Der machte dann alles richtig und traf. Der Ball zappelte unhaltbar im Tor der Gäste.

Schon zwei Minuten später kamen die Krostitzer zu ihrer nächsten Gelegenheit, als Christoph Schmidt scharf in den Strafraum spielte. Der eingewechselte Christian Bettfür verpasste in dieser Szene den Ball nur um einen Schritt. Die Gäste verstärkten jetzt ihren Angriffsdruck, aber die Abwehr des FSV stand erneut sicher und ließ kaum ernste Torgefahr aufkommen.

Drei Minuten vor Spielende fiel dann die Entscheidung. Chris Hobusch erkämpfte sich den Ball und erzielte mit einem straffen Schuss den zweiten Treffer. Damit war der Sieg perfekt und der Einzug in das Halbfinale erreicht. Nun geht es zu Ostern zu Mügeln Ablaß. Sollte auch diese Partie gewonnen werden, steigt das Bezirkspokalfinale in Krostitz.

Herbert Häublein

Aufstellungen:
FSV:
Stocklauser – Gerhardt – Schmidt, Roos – Quasdorf – T. Bohnet, H. Bohnet (90. Wünsch), Hobusch – Buse (75. Rudolph) – Schröer (65. Bettfür), N. Müller

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