
Der FSV startet mit einem 6:1-Sieg gegen Beilrode in die neue Saison. Was sich deutlich anhört, war lange eine knappe Sache. Zunächst lagen die Bierdörfler sogar mit 0:1 hinten, ehe sie den Turbo zündeten.
Nach den langen und anstrengenden Wochen der Vorbereitung startete am Samstag endlich die neue Saison in der neuen “Ur-Krostitzer Nordsachsenliga”. Nach dem knappen Abstieg im Vorjahr gehören die Bierdörfler in diesem Jahr mit zum erweiterten Favoritenkreis um den Wiederaufstieg. Dementsprechend deutlich war die Mannschaft von Trainer Sven Roos am ersten Spieltag gegen den FSV Beilrode in der Favoritenrolle.
Denn der Fußball in Beilrode hat auch schon bessere Zeiten erlebt. Von den Erfolgen aus vergangenen Bezirksligajahren ist nicht mehr viel übrig. In der vergangenen Saison schafften es die Ostelbier sogar nur auf den drittletzten Tabellenplatz in der damaligen Bezirksklasse-Staffel 2 und mussten bis zuletzt um den Klassenerhalt zittern.
Krostitz tut sich im Angriff schwer
Für den FSV zählten daher an diesem Wochenende nur die drei Punkte. Trainer Sven Roos forderte von seiner Mannschaft von Anfang an Vollgas – und zunächst begann die Partie für den FSV gut. Die Bierdörfler hatten jede Menge Ballbesitz und so entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Meistens war dann aber schon am gegnerischen 16er Schluss, weil der letzte Pass einfach nie ankommen wollte. Lediglich Nico Müller sorgte mit einem Fernschuss nach einem Abpraller für so etwas ähnliches wie Torgefahr. Aber sein Versuch ging weit übers Tor von Gästetorwart Robert Lux.
Nach und nach wurde das Spiel des FSV immer hektischer. Immer mehr leichte Abspielfehler schlichen sich ein und man merkte den Bierdörflern die Unzufriedenheit auf dem Platz förmlich an. Der Höhepunkt dieser Unkonzentriertheit kam dann in der 33. Minute. Nach einem langen Abschlag verschätzte sich Innenverteidiger Christian Seifert völlig und der Beilroder Stürmer Gino Wilsch überraschte FSV-Torwart Hendrik Müller mit seinem Heber zum 1:0 für die Heimmannschaft. So einfach kann Fußball sein.
Immerhin: Die Bierdörfler zeigten jetzt eine Reaktion. Sie wurden aggressiver und spielten sich endlich auch Torchancen heraus. Aber zunächst konnten weder Christian Bettfür noch Nico Müller den Beilroder Torwart überwinden. Erst nach einer Flanke von Chris Hobusch war es dann soweit: Am zweiten Pfosten kam Daniel Pawlowsky an den Ball und brachte die Kugel im langen Eck zum Ausgleich unter. Mit diesem Unentschieden ging es dann auch in die Halbzeitpause.
Christian Bettfür entscheidet das Spiel
Nach dem Seitenwechsel zeigte der FSV dann endlich, was er wirklich drauf hat. Der Spielaufbau wirkte flüssiger und die Aktionen insgesamt zielstrebiger. Der erste ordentliche Angriff des zweiten Durchgangs endete nach einer scharfen Flanke von Daniel Roos gleich mit dem ersten Treffer für Christian Bettfür (54.).
Und der Krostitzer Sturmführer war es auch, der mit zwei verwandelten Strafstößen per Hattrick für die endgültige Entscheidung sorgte. Zuvor war der wendige Daniel Roos innerhalb von vier Minuten gleich zweimal im gegnerischen Sechzehner von den Beinen geholt worden (70., 74.).
Nun war der Drops gelutscht und die Beilroder, bei denen zusehends die Kräfte schwanden, ergaben sich in ihr Schicksal. Der FSV blieb weiter am Drücker und baute die Führung sogar noch weiter aus, als Neuzugang Tobias Schneider eine Schmidt-Flanke per Kopf ins lange Eck versenkte (77.). Den Schlusspunkt setzte dann Daniel Roos, der nach einem Dribbling des eingewechselten Helmut Gerhardt den Ball nur noch von der Fünfmetergrenze aus einzuschieben brauchte (84.).
FSV erster Tabellenführer
Unterm Strich bleibt zu sagen, dass sich die Bierdörfler gegen einen tief stehenden Gegner zwar schwer taten, am Ende aber auch in dieser Höhe verdient gewannen. Bezeichnend war, dass FSV-Keeper Hendrik Müller im ganzen Spiel nur drei Ballkontakte hatte – und dabei nicht ein einziges Mal mit der Hand eingreifen musste.
Nach dem ersten Spieltag ist der FSV damit Tabellenführer – ein Bild, an das man sich durchaus gewöhnen könnte. Auf die Bierdörfler wartet aber am nächsten Samstag das nächste Spiel gegen den Aufsteiger Dommitzscher SV, der am Wochenende mit 0:4 gegen Süptitz unter die Räder gekommen ist.
Martin Hoffmann
Spielbericht LVZ:
Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga startete der FSV Krostitz an diesem Wochenende in die neue Ur-Krostitzer Nordsachsenliga. Der FSV bestimmte von Anfang an das Spiel und gewann es auswärts gegen den FSV Beilrode mit 6:1 (1:1) Toren.
Die Krostitzer begannen sehr hektisch, erarbeiteten sich viele Chancen, doch sie gingen sehr fahrlässig mit ihnen um. Die Gastgeber stand dagegen sehr tief in der Abwehr und versuchten mit langen Bällen die Krostitzer Abwehr auszuhebeln. Dies gelang in der 33. Minute. Den langen Abschlag des Beilroder Torwartes unterschätzte ein FSV-Abwehrspieler, der 0:1-Rückstand war die Folge. Der FSV war dennoch weiter im Vorwärtsgang. In der 40. Minute wurde das Arbeiten belohnt, als Daniel Pawlowsky den 1:1-Ausgleich erzielte. Mit dem Unentschieden ging es in die Halbzeitpause.
Nach dem Seitenwechsel gelang dem FSV ein schöner Spielzug über mehrere Stationen. Nach einer Eingabe von Daniel Roos kam Christian Bettfür ans Leder und erzielte die 2:1-Führung. Die Gäste nahmen nun richtig Fahrt auf. Chancen, die Führung weiter auszubauen, gab es reichlich, doch sie wurden nicht genutzt.
Erst in der 70. Minute konnte Roos nach starker Einzelleistung nur durch ein Foul im Strafraum gebremst werden. Den fälligen Elfmeter verwandelt Bettfür sicher. Schon drei Minuten später sah der Schiedsrichter die gleiche Szene: Roos wird regelwidrig zu Fall gebracht. Auch den zweiten Elfmeter trat Bettfür und erzielte seinen dritten Treffer.
Der FSV war weiter torhungrig und nach einer Ecke von Christoph Schmidt war Tobias Schneider mit dem Kopf zur Stelle. Fünf Minuten vor Spielende setzte sich Helmut Gehrhardt über links durch. Seine Eingabe verwandelte Roos und erzielte den sechsten Treffer für den FSV Krostitz.
Herbert Häublein
Torfolge:
1:0 Wilsch (33.), 1:1 Pawlowsky (40.), 1:2, 1:3, 1:4 Bettfür (54. 70., 74.), 1:5 Schneider (77.), 1:6 Roos (84.)
Aufstellungen:
FSV: H. Müller – Schneider, Heede, Schmidt, Hobusch (62. Gerhardt), Quasdorf, Bettfür, Pawlowsky (74. H. Bohnet), Seifert, Roos, N. Müller (46. Gohla)
Beilrode: Lux – Ziesmann (65. Prengel), Galistel, Grieser, Herber, Wilsch, Lorenz, Voigt (79. Schönert), Täsch, Wenzel, Ryll (68. Senne)
Platzverweise:
Wilsch (Beilrode, Gelb-Rote Karte)
Schiedsrichter:
Martin Lange
Zuschauer:
70