
Die Erste hat am Samstag mit 5:1 gegen Wurzen gewonnen und damit den erhofften Befreiungsschlag gelandet. Dabei war der Spielverlauf aber lange nicht so eindeutig, wie es das Ergebnis vermuten lässt.
Nachdem der FSV zuletzt fünfmal in Folge in der Liga nicht gewinnen konnte, ging es für die Bierdörfler am Samstag gegen Wurzen darum, endlich wieder einmal wichtige drei Punkte einzusammeln, um gar nicht erst in die Nähe der Abstiegsplätze reinzurutschen.
FSV-Trainer Mike Geppert hatte diesmal bis auf Christian Bettfür alle Mann an Bord und folgerichtig bei seiner Aufstellung die Qual der Wahl. Er entschied sich für Felix Koch und Nico Müller im Angriff, die gemeinsam mit Sascha Quasdorf das zuletzt schleppende Angriffspiel des FSV beleben sollten.
Bei den Wurzenern hofften alle, dass der ATSV nach dem 4:1-Sieg gegen den ESV Delitzsch, auch in Krostitz gewinnen würde. Und das erste Ausrufezeichen der Partie setzten dann auch tatsächlich die Wurzener – doch Laichts Kopfball nach einer Ecke verfehlte sein Ziel dann doch deutlich (6.).
Torschützen:
1:0 T. Bohnet (11.)
1:1 Schulze (14.)
2:1 N. Müller (17.)
3:1 Koch (59.)
4:1 Roos (63.
5:1 N. Müller (71.)
Zuschauer:
110
Schiedsrichter:
Stefan Martin (Borsdorf)
Assistenten:
Uwe Ihle, Thomas Blaßkiewitz
Auf der anderen Seite versuchten die Bierdörfler ihrerseits Druck zu machen. Vor allem Michael Weges Vorstöße auf der linken Außenbahn sorgten im ersten Durchgang immer wieder für Gefahr. Die beste von Weges zahlreichen guten Hereingaben von der linken Seite verpassten in der Mitte Sascha Quasdorf und Daniel Roos aber zunächst noch knapp (8.).
Stocklauser hält die Führung fest
Kurz darauf klingelte es dann doch im Wurzener Tor. Nach einem langen Ball verschaffte sich Nico Müller im Zweikampf durch einen Trikotzupfer den entscheidenden Vorsprung und tauchte urplötzlich völlig frei vor ATSV-Keeper Möbius auf. Der schaffte es zwar noch irgendwie, Müller abzudrängen, aber die Kugel kam zu Tino Bohnet, der aus 15 Metern halbrechts im Gäste-Strafraum abzog und mit etwas Glück zur Krostitzer Führung traf (11.).
Doch die Krostitzer Freude währte nicht lange, denn nur drei Minuten später lag der Ball im Tor von André Stocklauser. Nach einem weiten Freistoß von der rechten Seite stimmt die Zuordnung im FSV-Strafraum hinten und vorne nicht, der Wurzener Schulze hatte bei der Ballannahme alle Zeit der Welt und konnte sich gegen Stocklauser die Ecke aussuchen. Schon stand es 1:1 (14.).
Wiederum nur drei Minuten später hatte Wurzen dann sogar die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Aber zum Glück für den FSV blieb André Stocklauser nach einem Fehler von Heiko Bohnet im Eins gegen Eins Sieger gegen Neugebauer und verhinderte dadurch Schlimmeres (16.).
Wie so oft im Fußball sollte sich diese vergebene Chance für Wurzen bitter rächen. Denn auf der Gegenseite setzte sich Michi Wege einmal mehr stark auf der linken Außenbahn durch und brachte die Kugel nach innen, wo Nico Müller nur noch den Fuß hinhalten brauchte, um zum 2:1 für den FSV zu treffen (17.).
Kochs Sonntagsschuss landet im Winkel
Dieser Treffer gab den Bierdörflern jetzt mehr Sicherheit, auch wenn Stocklauser nach 26 Minuten einen scharfen Freistoß nicht festhalten konnte und im Fünfmeterraum per Fußabwehr Kopf und Kragen riskieren musste. Daher ging es mit diesem knappen Vorsprung in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel dauerte es dann nur fünf Minuten, bis der FSV die Chance bekam, die Führung auszubauen. Aber nach schöner Vorarbeit des ebenfalls verbesserten Nicolai Schröer wurde der Winkel am zweiten Pfosten für Nico Müller etwas zu spitz, so dass er nur das Außennetz traf (50.).
Doch der FSV blieb weiter gefährlich: Nach einem scharfen Freistoß des eingewechselten Christoph Schmidt fehlten Sascha Quasdorf vorm Wurzener Tor nur ein paar Zentimeter (55.). Besser machte es kurz darauf Felix Koch, der nach 59 Minuten mit einem wunderschönen Volleyschuss den Wurzener Keeper überwand und die Kugel zum 3:1 in die Maschen zimmerte.
Wurzen gibt sich nicht auf
Wie schon nach dem 1:0 brauchte der ATSV aber nicht lange, um sich von diesem erneuten Rückschlag zu erholen. Doch einmal mehr war der starke André Stocklauser zur Stelle und verhinderte gegen den frei durchgelaufenen Riedel den Anschlusstreffer (60.).
Wer weiß, wie sich das Spiel entwickelt hätte, wenn der ATSV hier eingenetzt hätte. Stattdessen traf aber erneut der FSV: Nach einem schnell ausgeführten Freistoß schaltete Daniel Roos am schnellsten und setzte die Kugel aus halbrechter Position humorlos zum 4:1 in die Maschen (63.). Innerhalb von nur vier Minuten hatte der FSV zweimal zugeschlagen und das Spiel damit zu seinen Gunsten entschieden.
Das 5:1 für die Bierdörfler erzielte dann erneut Nico Müller, der nach einem Roos-Schuss alles richtig machte und mit seinem zweiten Treffer an diesem Nachmittag endgültig den Sack zuschnürte (71.).
Krostitzer Unkonzentriertheit nicht bestraft
Jetzt war die Luft raus im Krostitzer Spiel, in den verbleibenden zwanzig Minuten schlich sich die ein oder andere Unkonzentriertheit ein. Aber den Wurzenern wollte an diesem Nachmittag einfach kein weiteres Tor mehr gelingen, so dass es am Ende trotz einiger guter Gelegenheiten für Wittig und Laicht beim 5:1 blieb.
Dieser Sieg ist vor allem der exzellenten Chancenverwertung zu verdanken, die beinahe schon wieder an die guten Spiele in der Hinrunde erinnerte. Vor allem die vier Stürmer-Tore durch Müller, Roos und Koch zeigen, dass der zuletzt viel kritisierte Krostitzer Angriff doch noch treffen kann.
Nächste Woche reist der FSV nun zum Auswärtsspiel an die Delitzscher Straße zu Rotation 1950 Leipzig und will dort seinen Aufwärtstrend weiter bestätigen.
Martin Hoffmann
Aufstellungen:
FSV: Stocklauser – Gerhardt – Hobusch, Wege (54. Schmidt) – Schröer, Roos, H.Bohnet, T. Bohnet – Quasdorf – Koch (72. Rudolph), N. Müller (68. Wünsch)
ATSV: Möbius – S. Handau, M.Handau, Rohr, Heinze, Riedel, Dögnitz (64. Sperling), Laicht, Neugebauer, S. Wittig, Schulze