Erste kommt nach Pokalfight eine Runde weiter


Der FSV hat sich im TZ-Bärenpokal mit 3:2 gegen die LSG Löbnitz durchgesetzt. Dabei hatten die Bierdörfler aber mehr Probleme als erwartet – und erzielten erst in der Verlängerung den Siegtreffer.

Was für ein Spiel! Nach 120 packenden Minuten in der 2. Hauptrunde des “TZ-Bärenpokals” erreichte die Erste am Sonntag mit Mühe und Not die nächste Runde. Vorangegangen war eine intensive und spannende Begegnung zwischen zwei alten Rivalen aus der Bezirks-Ebene.

Vor dem Spiel schienen die Bierdörfler noch deutlich in der Favoritenrolle. Alles erwartete einen klaren Sieg. Denn obwohl beide Teams nur eine Liga trennt, befanden sich die Löbnitzer in den letzten Jahren im freien Fall und schafften in der letzten Saison in der damaligen Kreisliga A nur mit Ach und Krach den Klassenerhalt.

Drei Tore in den ersten sechs Minuten

Doch ganz anders als erwartet, begann die Begegnung mit einem Feuerwerk: Der Schiedsrichter hatte kaum angepfiffen, da wurden die Krostitzer nach einem Ballverlust im Mittelfeld auch schon klassisch ausgekontert und Silvio Jaugsch musste freistehend vor FSV-Keeper René Möbius nur noch einschieben (3.).

Dieser frühe Rückstand rüttelte die Mannschaft von Sven Roos aber zum Glück wach und so drehte das Team die Partie innerhalb von nur drei Minuten in eine 2:1-Führung. Zunächst traf Felix Koch nach einer schönen Einzelleistung von Christoph Schmidt und kurz darauf setze Goalgetter Christian Bettfür nach guter Vorarbeit von Felix Koch noch einen Treffer oben drauf (6.).

Nach diesem Torfestival in den ersten Minuten mussten beide Teams erst einmal durchschnaufen. Aber auch in der Folge blieben die Bierdörfler weiter am Drücker und hatten die besseren Chancen. Zunächst vergab Felix Koch freistehend aus vier Metern und anschließend hatte auch Sturmführer Christian Bettfür bei seinem Versuch keinen Erfolg.

Löbnitz gelingt der Ausgleich

Und so kam es, wie es schon so oft im Fußball gekommen ist: Wer vorne seine Buden nicht macht, braucht sich hinterher nicht zu beschweren. Nach einem neuerlichen Konter und mehreren schlampig geführten Zweikämpfen klingelte es zum zweiten Mal im Tor des bedauernswerten René Möbius – der Löbnitzer Patrick Schmidt hatte zum 2:2 getroffen (20.).

Bis zur Halbzeit erspielte sich der FSV dann zwar noch drei oder vier weitere sehr gute Torgelegenheiten, war aber weiter viel zu nachlässig im Abschluss, so dass bis zum Pausentee (bzw. der den tropischen Temperaturen angemesseneren Pausen-Dusche) nicht mehr als ein Bettfür-Pfostenschuss heraussprang.

Nach dem Seitenwechsel versuchten die Bierdörfler dann weiter Druck zu machen. Anders als im ersten Durchgang waren die Krostitzer Angriffsbemühungen jetzt aber zu durchsichtig und so erspielte sich der FSV kaum nennenswerte Torchancen.

Tobias Schneider fliegt vom Platz

Zu allem Überfluss mussten die Bierdörfler nach 65 Minuten dann auch noch in Unterzahl weiterspielen. Tobias Schneider hatte Silvio Jaugsch gefoult, Schiedsrichter Heinrich entschied auf Notbremse, obwohl Sascha Quasdorf noch auf gleicher Höhe mitgelaufen war und so musste der FSV den Rest des Spiels mit zehn Mann weitermachen.

Und trotzdem steckten die Bierdörfler nicht auf, erspielten sich trotz der Unterzahl noch weitere Torgelegenheiten, die aber allesamt fahrlässig vergeben wurden. So mussten beide Mannschaften nach 90 Minuten in die Verlängerung gehen, um den Sieger der Partie zu ermitteln.

Dort mussten beide Teams dann den hohen Temperaturen Tribut zollen, denn nach vorne ging bei beiden nicht mehr viel. Die LSG verteidigte das kostbare Unentschieden mit Mann und Maus und wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn der Löbnitzer Nick Pietzsch nicht in der zweiten Halbzeit der Verlängerung mit Gelb-Rot vom Platz gemusst hätte.

Happy-End für den FSV

Doch kurz darauf nickte Sascha Quasdorf einen Freistoß von Daniel Pawlowsky zur umjubelten 3:2-Führung ein und sorgte damit dann doch noch für ein Happy-End aus Krostitzer Sicht. Denn bis zum Schlusspfiff verteidigten die Bierdörfler den knappen Vorsprung und ließen diesmal hinten nichts mehr anbrennen.

Insgesamt präsentierte sich der FSV aber trotzdem erschreckend schwach. Gegen eine Kreisliga-Mannschaft muss man von den FSV-Kickern einfach mehr erwarten – und wenn man am nächsten Samstag den ESV Delitzsch im Kurt-Fuchs-Stadion empfängt, könnte es mit einer ähnlich schlechten Leistung ein ganz bitteres Erwachen geben.

Martin Hoffmann

Torfolge:
1:0 Jaugsch (3.), 1:1 Koch (4.), 1:2 Bettfür (6.), 2:2 Schmidt (20.), 2:3 Quasdorf (113.)

Platzverweise:
Tobias Schneider (FSV, Rote Karte, 65.)
Nick Pietsch (Löbnitz, Gelb-Rote Karte)

Aufstellungen:
FSV: Möbius – C. Schmidt, Quasdorf, Schneider, Gehrhardt – Bohnet – Hobusch, Bettfür, Pawlowsky – Gohla, Koch (91. D.Roos)

Schiedsrichter:
Andreas Heinrich

Zum Seitenanfang