Die Erste ist mit einem 3:1-Sieg gegen den FC Bad Lausick in die Rückrunde gestartet. Auf dem Kunstrasen von Grimma profitierten die Bierdörfler dabei vor allem von ihrer Kaltschnäuzigkeit im Angriff.
Nach der wohl längsten Winter-Vorbereitung der letzten Jahre wurde es für die Erste am Samstag endlich wieder ernst. Auf dem Grimmaer Kunstrasenplatz traf die Mannschaft von Mike Geppert auf den FC Bad Lausick und feierte einen nicht unverdienten 3:1-Sieg.
Die Vorzeichen für die Bierdörfler waren gut, denn außer Christoph Buse (Knöchelverletzung) und Thomas Rudolph (5. Gelbe Karte) hatte der FSV alle Mann an Bord. Folgerichtig fanden sich einige Spieler auf der Bank wieder, die in der Hinrunde noch zum Stammpersonal gehört hatten.
In der Abwehr baute Mike Geppert auf Björn Bergfeld, Christoph Schmidt und Helmut Gerhardt. Davor sollten Heiko Bohnet und Sascha Quasdorf den Staubsauger spielen, um den Bad Lausickern möglichst wenig Raum für ihre Kurzpasskombinationen zu bieten.
Torschützen:
0:1 Hobusch (31.)
0:2 N. Müller (36.)
1:2 Wiegner (61.)
1:3 Schröer (87.)
Platzverweise:
Ziffert (GR, 76., wdh. Foulspiel)
N. Müller (GR, 82., wdh. Foulspiel)
Zuschauer:
120 in Grimma
Schiedsrichter:
Sebastian Zander (Leipzig)
Assistenten:
René Krüger, Mandy Morgenstern
Auf den Außenbahnen begannen Laufwunder Chris Hobusch und Neuzugang Tino Bohnet, davor sollte Michi Wege mit seinen Pässen immer wieder die beiden Spitzen Felix Koch und Nico Müller einsetzen.
Bad Lausick mit dem besseren Start
Und Gepperts Plan ging von Anfang an auf. Zwar hatten die Bad Lausicker zu Beginn mehr Ballbesitz und erspielten sich ein Übergewicht im Mittelfeld. Aber spätestens am FSV-Strafraum war Endstation, so dass ein Kopfball von Matthias Walter, den André Stocklauser über die Latte lenkte, die einzige nennenswerte Chance der Gastgeber war (15.).
Nach und nach befreiten sich die Bierdörfler immer besser und hatten nun ihrerseits mehr vom Spiel. Ein erster Warnschuss von Tino Bohnet flog aus 18 Metern am Tor vorbei (20.). Kurz darauf musste Janko Schötzke im Bad Lausicker Tor sein ganzes Können aufweisen, als es Tino Bohnet nach einer schönen Ballstafette aus 13 Metern im Strafraum erneut versuchte und Michi Weges Nachschuss über das Tor ging (25.).
Immer wieder hatte die Bad Lausicker Abwehr, die ohne Absicherung spielte, Probleme bei langen Bällen. So war es keine Überraschung, als der FSV nach eben einem solchen in Führung ging. Michael Weges Steilpass erreichte Nico Müller, der zwar erneut an Janko Schötzke scheiterte. Beim Nachschuss von Chris Hobusch war dann aber auch der Bad Lausicker Keeper machtlos (31.).
FSV-Doppelschlag sorgt für die Vorentscheidung
Nur drei Minuten später war es wieder Nico Müller, der nach einem langen Ball vollkommen frei vorm Tor der Kurstädter auftauchte, den Ball per Heber aber rechts neben die Kiste setzte (34.). Kurz darauf machte es der FSV-Stürmer dann aber besser. Erneut war die Bad Lausicker Abwehr unsortiert und so profitierte Müller per Abstauber nach einer neuerlichen Schötzke-Parade gegen Felix Koch und schob zum 2:0 ein (36.).
Die Bad Lausicker waren ob des Krostitzer Doppelschlages geschockt und kamen vor der Pause nur noch zu einer Minichance, als gleich zwei Spieler eine gut getimte Flanke von der rechten Seite im Strafraum nur knapp verpassten (40.). So ging es mit dem 2:0 für den FSV in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel spielte dann aber plötzlich nur noch Bad Lausick. Bei einem Schuss von Eric Ziffert (53.) und einem Kopfball von Andreas Naß, der knapp neben das FSV-Tor flog, hatten die Bierdörfler noch Glück. Kurz darauf klingelte es dann aber im Kasten der Krostitzer, als ein fulminanter Fernschuss des zur Halbzeit eingewechselten Kevin Wiegner flach unten rechts hinter dem machtlosen André Stocklauser einschlug (61.).
Bad Lausick drängt auf den Ausgleich
Damit war die Partie urplötzlich wieder offen und Bad Lausick drängte auf den Ausgleich. Der FSV kam in dieser Phase nur sporadisch zu Chancen, so zum Beispiel, als Tino Bohnet nach einem Rückpass von der Grundlinie etwas überrascht war und im Bad Lausicker Strafraum zu lange zögerte, statt einfach drauf zu hauen (69.).
Mike Geppert reagierte und versuchte mit einem Doppelwechsel, das Spiel seiner Mannschaft wieder neu zu beleben. Für Felix Koch und Michi Wege kamen Christian Bettfür und Nicolai Schröer ins Spiel. Und sofort fand der FSV wieder zurück in die Partie.
In der 73. Minute hatten die Kurstädter Glück, dass Ronny Welsch nach einer klaren Notbremse gegen Nico Müller nicht mit Rot vom Platz flog. Kurz darauf musste dann aber doch noch ein Bad Lausicker vorzeitig zum Duschen, als Eric Ziffert regelkonform nach einem leichten Trikotzupfer an der Mittellinie mit Gelb-Rot vom Platz flog (76.).
Nico Müller muss vorzeitig Duschen
Die Krostitzer Überzahl dauerte aber nur sechs Minuten, ehe Nico Müller ebenfalls wegen wiederholten Foulspiels vorzeitig Feierabend machen konnte (82). Kurz darauf hätte Christian Bettfür dann trotzdem alles klar machen können, als er allein vor Janko Schötzke auftauchte. Aber Bettfürs Torabschluss aus halbrechter Position flog links am langen Pfosten vorbei (84.).
Besser machte es dann Nicolai Schröer, der nach der schönsten Kombination des gesamten Spiels über den eingewechselten Marco Wünsch und Christian Bettfür in der Mitte nur noch einzuschieben brauchte (87.).
Damit war die Partie endgültig entschieden. Die Bierdörfler gewannen nach acht sieglosen Punktspielen in Folge endlich wieder einmal und distanzierten damit die Kurstädter in der Tabelle fürs Erste. Am nächsten Wochenende steht nun das Kreisderby gegen Bad Düben auf dem Plan, das voraussichtlich auf dem Eilenburger Kunstrasen stattfinden wird.
Martin Hoffmann
Aufstellungen:
FSV: Stocklauser – Bergfeld – Gerhardt, Schmidt – Hobusch, Quasdorf, H. Bohnet, T. Bohnet (81. Wünsch) – Wege (70. Schröer) – Koch (70. Bettfür), N. Müller
Bad Lausick: Schötzke – Naß, Metzler, Walter, Wipper, Tripke, Ziffert, Mauersberger, M. Richter, Ehrlich (46. Wiegner), Welsch (75. N. Richter)