
Die Erste hat am Samstag in Döbeln mit 1:2 (0:1) verloren. Dabei fielen die beiden Gegentreffer einmal mehr unmittelbar vor und nach der Pause. Der Endspurt der Bierdörfler kam dann viel zu spät.
Optimistisch reiste der FSV-Tross am Samstag nach Döbeln, schließlich ging es gegen den Tabellendreizehnten, bei dem man in den letzten Jahren fast immer gut ausgesehen hatte. Mike Geppert musste auf Christian Bettfür (Außenbandverletzung), Felix Koch und Christoph Buse (fehlten arbeitsbedingt) verzichten. Dafür rückte Björn Bergfeld wieder in die Startformation und sollte als Spielmacher hinter den beiden Stürmern Nico Müller und Nicolai Schröer für mehr Torgefahr als zuletzt sorgen.
Aber wie schon in den vergangenen Wochen gelang das viel zu selten. Die Bierdörfler fanden überhaupt nicht ins Spiel, zeigten eine indiskutable Leistung und erarbeiteten sich in der ersten Halbzeit nicht eine einzige echte Torchance. Ganz anders die Döbelner, die, nachdem sie ihre Anfangsnervosität abgelegt hatten, sofort zeigten, wer Herr im Haus ist.
Torschützen:
1:0 Speike (42.)
2:0 Krondorf (47.)
2:1 N. Müller (58.)
Zuschauer:
135
Schiedsrichter:
S. Zander (Leipzig)
Assistenten:
Rene Krüger, Sebastian Langwald
Stocklauser hält Krostitz im Spiel
Angriff um Angriff rollte auf das Krostitzer Tor und so konnte sich der FSV bei André Stocklauser bedanken, der einen Seidel-Schuss aus 14 Metern hervorragend parierte, dass es nicht schon in der Anfangsphase 0:1 stand (12.).
Auch der auffällige Toni Bunzel versuchte sich ein ums andere Mal im Abschluss, zögerte aber entweder zu lange (16.) oder zielte bei seinen Kopfbällen zu ungenau (22., 37.).
Bei den Bierdörflern lief wenig bis nichts zusammen. Die Abwehr stand zu tief und rückte bei Ballgewinn zu langsam nach, weil es auch den beiden Stürmern nicht gelang, die Bälle vorne festzumachen. Noch schlimmer: Zu keiner Zeit hatte man das Gefühl, dass der FSV dieses Spiel unbedingt gewinnen wollte.
Rückstand kurz vor der Pause
Die Bierdörfler schleppten sich durch diese erste Halbzeit und wären trotzdem beinahe mit dem 0:0 in die Kabinen gegangen, wenn, ja wenn da nicht diese unerklärliche Schwäche bei Standardsituationen wäre, die sich schon durch die komplette Saison zieht.
Drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff bekamen die Döbelner einen schmeichelhaften Freistoß auf der linken Angriffsseite zugesprochen. Stephan Krondorf legte sich die Kugel zurecht und flankte scharf nach innen in Richtung langer Pfosten, wo der am anderen Sechzehnereck gestartete Martin Speike völlig allein gelassen war und die Kugel nur noch einzuschieben brauchte (43.).
Der Jubel im Lager der Döbelner war riesig und wäre sicher noch größer ausgefallen, wenn Toni Bunzel nur eine Minute später seine nächste Kopfballchance genutzt hätte (44.). So aber ging es mit dem 0:1 in die Kabinen, wo Mike Geppert seine Mannschaft aufzuwecken versuchte.
Aber die Bierdörfler verschliefen nach dem Wiederanpfiff auch den Auftakt in die zweite Halbzeit. Die Döbelner “Sturmglatze” Billy Schindler konnte auf der rechten Außenbahn ungehindert zum Solo ansetzen, Libero Helmut Gerhardt rückte zu spät raus und in der Mitte standen nach Schindlers Zuspiel von der Grundlinie gleich zwei Döbelner frei.
Den ersten Schuss von DSC-Kapitän Sebastian Seidel konnte Strocklauser noch klasse parieren. Aber bei Krondorfs Nachschuss war auch der FSV-Keeper machtlos (47.).
Nico Müller trifft zum Anschluss
So rannten die Bierdörfler nun also einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher und nichts machte dem Krostitzer Anhang Mut, dass der FSV die Partie vielleicht doch noch drehen könnte. Mike Geppert musste reagieren und brachte Christoph Schmidt für den erneut blassen Nicolai Schröer im Angriff (54.). Und prompt wurde das Angriffsspiel des FSV besser.
Als Thomas Rudolph einen Freistoß von der rechten Außenbahn nach innen brachte, stimmte bei den Döbelnern im Zentrum die Zuordnung nicht und Nico Müller bedankte sich auf seine Art mit dem Anschlusstreffer (58.). Jetzt wachten die Krostitzer auf und zeigten all das, was sie im ersten Durchgang noch völlig vermissen ließen.
Die Döbelner Viererkette stand jetzt tief und der FSV versuchte immer wieder, über weite Diagonalbälle zum Erfolg zu kommen. Der zweite Treffer der Bierdörfler lag in der Luft – aber auf der Gegenseite ergaben sich auch jede Menge Konterchancen für die Heimelf, die diese aber teilweise kläglich versiebte.
Die beste Gelegenheit für den FSV hatte Nico Müller, als er nach schöner Hereingabe von Christoph Schmidt im Zentrum den berühmten einen Schritt zu spät kam, so dass DSC-Keeper Jentzsch gerade noch rechtzeitig eingreifen konnte (75.). Nach 80 Minuten hielten alle DSC-Fans im Stadion den Atem an, als erneut Nico Müller nach einem klaren Trikotzupfer im Strafraum der Heimelf hinfiel. Aber Schiedsrichter Zander entschied auf Weiterspielen – und lag damit tendenziell eher falsch (80.).
Hektik in der Schlussphase
Döbeln blieb bei seinen Kontern gefährlich (allein Toni Bunzel scheiterte dreimal per Kopf) und trotzdem wäre dem FSV fast noch der Ausgleich gelungen. Nach klasse Vorarbeit von Chris Hobusch stand der eingewechselte Marco Wünsch urplötzlich völlig frei vor dem Döbelner Kasten, brachte es aber fertig, die Kugel am Tor vorbeizuschieben (88.).
Kurz darauf wurde es noch einmal extrem hektisch, als Daniel Roos nach einem weiten Ball im DSC-Strafraum durch ein klares Foul gestoppt wurde, die Pfeife von Schiedsrichter Zander aber zum Entsetzen der Bierdörfler erneut stumm blieb (90.+2). Kurz darauf pfiff Zander dann ab und so stand der FSV am Ende einmal mehr mit leeren Händen da.
Es bleibt also weiter dabei: Bei den Bierdörflern läuft derzeit hinten und vorne einfach gar nichts zusammen. Dazu kommt die unfassbare Schwäche bei Standardsituationen, die dem FSV schon häufiger in dieser Saison das Genick brach. Am Ostersamstag steht nun das Pokalhalbfinale gegen den SV Mügeln-Ablaß auf dem Programm. Vielleicht gelingt der Geppert-Elf ja wenigstens dort ein Sieg, um sich zumindest ein bisschen für die schlechten Spiele der letzten Wochen zu rehabilitieren.
Martin Hoffmann
Aufstellungen:
FSV: Stocklauser – Gerhardt – Roos, Hobusch – Quasdorf – Rudolph (73. Wege), H. Bohnet, T. Bohnet – Bergfeld – Schröer (54. Schmidt), N. Müller (83. Wünsch)
DSC: Jentsch – Peschel (81. C. Richter), Seidel, Krondorf, Leimner, Bunzel, Schindler (85. Bebersdorf), Speike, Heyna, Just (63. Emmrich), Singer