
Die Erste ist am Samstag trotz einer frühen 2:0-Führung gegen den FV Bad Düben nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus gekommen. Damit bleiben die Bierdörfler weiter auf dem vorletzten Tabellenplatz.
Eigentlich ist teilen ja eine gute Sache. Sein Pausenbrot teilen, Geld verteilen oder sich seine Kraft einteilen. Nur eine Punkteteilung im Fußball stellt den Menschen selten zufrieden. Doch genau mit diesem Problem mussten der FV Bad Düben und der FSV Krostitz nach dem 2:2 im Bezirksliga-Derby am Sonnabend zurechtkommen. Schlimmer noch: Die Konkurrenz im Abstiegskampf siegte fast ausnahmslos, so dass der Abstand zum rettenden Ufer für beide Mannschaften plötzlich auf vier Punkte angewachsen ist.
FSV-Trainer Sven Roos war nach dem Abpfiff pappesatt. Seine Mannschaft sah nach einer schnellen 2:0-Führung schon wie der sichere Sieger aus, lud Düben dann aber doch noch ein mitzuspielen und kassierte die Konsequenzen. “Wir haben heute vier Tore selbst gemacht, gegen einen schwachen Gegner zwei Punkte verschenkt”, fasste Roos die Partie treffend zusammen.
Dabei fing alles so gut an. Sascha Quasdorf und Tino Bohnet per Elfmeter sorgten bereits nach zehn Minuten für klare Fronten. “Krostitz war im Gegensatz zu uns sofort voll da, wesentlich engagierter und bissiger. Sie versäumten es nur, das dritte Tor nachzuschieben”, sagte Wolfgang Letzian. “Unerklärlich”, war für den Dübener Trainer die Leistung der Seinen in der ersten halben Stunde.
Doch für solche Fälle hält der Fußball immer eine Weisheit parat, denn: “Wenn du glaubst, es geht nichts mehr, kommt von irgendwo ‘ne Flanke her.” In diesem Fall in Form eines Eckballs kurz vorm Halbzeitpfiff. Benny Göldner brachte das Kunstleder in den Strafraum. Dort herrschte die in dieser Saison schon fast klassische Krostitzer Konfusion, und es stand 1:2. Selbst für Wolfgang Letzian ein “Glückstor”. Aber eines, dass die Hausherren offenbar wachrüttelte.
So kam es, dass die zweiten 45 Minuten relativ ausgeglichen verliefen. Allerdings ohne spielerische Glanzpunkte, dafür mit vielen Stockfehlern und noch viel mehr Kampf und Krampf. Einen der wenigen Höhepunkte besorgten die Gäste. In einem genialen Moment schickte Christian Bettführ Nicolai Schröer auf die Reise, doch der scheiterte an Dübens Schlussmann Reik Schuster. Die Strafe folgte auf dem Fuße oder vielmehr auf dem Kopfe des Jan Hobusch. Dessen sehenswerter Treffer brachte zehn Minuten vor Ultimo den 2:2-Endstand. Dass es dabei blieb, hatte der FV hauptsächlich seinem Torwart zu verdanken. “Überragend”, nannte Sven Ross dessen Leistung. Dass dürfte Wolfgang Letzian ungehört unterschreiben.
Für die Kurstädter, die noch drei Nachholspiele im Köcher haben, stellt sich die Situation nach diesem Remis um einiges entspannter dar als für den FSV. “Spätestens jetzt heißt es für uns, hopp oder topp”, so Roos. “Die Luft wird dünner, der Druck größer. Aber wir haben es noch in der Hand.” Schon am Sonnabend erwartet Krostitz ein ganz wichtiges Spiel gegen Mügeln/Ablaß. Und auch Bad Dübens Ausflug nach Borna wird keine Kaffeefahrt, Letzian ist klar: “Wir dürfen nicht mehr viel liegen lassen.”
Johannes David
Torfolge:
0:1 Quasdorf (6.), 0:2 T. Bohnet (11., Elfmeter), 1:2 Göldner (40.), 2:2 J. Hobusch
Aufstellungen:
FSV: Stocklauser – Gerhardt, Bergfeld, Schröer, Rudolph (82. P. Schmidt), C. Hobusch, Quasdorf, H. Bohnet (55. Wege), T. Bohnet, Bettfür (80. N. Müller), Roos
Düben: Schuster – Böhland, Queitzsch, Andres, Hampel, Schneider, Göldner, Just, Völz (64. Koch), J. Hobusch, Schlüter
Schiedsrichter:
Stefan Börner (Leipzgi)
Zuschauer:
200