
Die Erste hat am Samstag mit 5:2 gegen den FSV Oschatz gewonnen und damit wieder Tuchfühlung zur Tabellenspitze. Kurz vor dem Schlusspfiff gab es dann doch noch einen Wermutstropfen für den FSV.
Nach den beiden Spielen ohne eigenen Treffer gegen den ESV Delitzsch und den Radefelder SV wollten die Bierdörfler am Samstag endlich wieder dreifach punkten. Vor der Partie gegen den FSV Oschatz sah die personelle Lage beim FSV aber alles andere als rosig aus. Mit Christoph und Philippe Schmidt, Christian Seifert (alle verletzt), Felix Koch, Tobias Gohla und Tobias Heede (alle im Urlaub) fehlten FSV-Trainer Sven Roos gleich sechs Spieler.
Und trotzdem legten die Bierdörfler los wie die Feuerwehr. Denn nach einem schönen Spielzug über die Außen knallte Daniel Pawlowsky die Kugel am langen Pfosten schon nach neun Minuten zur 1:0-Führung in die Maschen. Auch in der Folge bestimmte der FSV das Spiel, obwohl auch Thomas Rudolph nach 20 Minuten verletzt raus musst. Für ihn kam Ron Stephan ins Spiel, der sich nahtlos in die Mannschaft einfügte.
Daniel Pawlowsky trifft erneut
Die Bierdörfler blieben weiter spielbestimmend – zeigten in der Defensive aber wie schon zuletzt immer mal wieder ungeahnte Schwächen. So konnte sich die Krostitzer Hintermannschaft bei Keeper René Möbius bedanken, der gegen einen – nach einem katastrophalen FSV-Fehlpass – frei durchgebrochenen Oschatzer in allerletzter Sekunde nervenstark parierte.
Kurz darauf war es dann auf der anderen Seite erneut Daniel Pawlowsky, der nach einer Bettfür-Vorlage und einem anschließendem schönen Solo zum 2:0 einschob (25.). Doch auch die Oschatzer blieben weiter gefährlich. So konnte Chris Hobusch nach einem Konter gerade noch klären, als die Gäste mit einem einfachen Pass die Viererkette ausgehebelt hatten und ein Stürmer frei aufs Tor zugelaufen war.
Kurz darauf stand Hobusch erneut im Mittelpunkt, als ihm im eigenen Strafraum der Ball unglücklich an den Arm sprang und der Schiedsrichter ohne zu zögern auf Elfmeter entschied. Diese Chance ließen sich die Oschatzer natürlich nicht entgehen und ihr Kapitän Jan Böhme traf kurz vor dem Halbzeitpfiff eiskalt zum Anschlusstreffer (44.).
Die Christian-Bettfür-Show beginnt
Wer sich jetzt Sorgen um den FSV machte, wurde zum Glück eines Besseren belehrt. Denn die Bierdörfler kamen nach dem Seitenwechsel hochkonzentriert aus der Kabine und waren in der Folge deutlich überlegen. Trotzdem dauerte es bis zur 61. Minute, ehe Christian Bettfür per Elfmeter auf 3:1 aus Krostitzer Sicht erhöhte. Zuvor war Nico Müller im Strafraum gefoult worden.
Nur fünf Minuten später war dann erneut der Krostitzer Sturmführer zur Stelle und sorgte mit seinem Abstauber zum 4:1 für die endgültige Entscheidung. Vorausgegangen war ein Einwurf, nach dem der Ball an Freund und Feind vorbei quer durch den Oschatzer Strafraum rollte – so dass Bettfür sich nur noch bedanken musste.
Dass die Partie am Ende nicht zu einem Debakel für die Oschatzer wurde, lag vor allem daran, dass die Bierdörfler in den nächsten Minuten gleich mehrere gute Chancen vergaben. Aber weder Daniel Pawlowsky, noch Helmut Gerhardt oder Nico Müller schafften es bis in die Schlussphase hinein noch einmal nachzulegen.
Wermutstropfen für den FSV
Erst fünf Minuten vor dem Abpfiff wackelte das Netz der Gäste erneut. Nach einer Flanke von Daniel Roos nickte Christian Bettfür per Flugkopfball zum 5:1 ein. Mit seinem dritten Tor an diesem Nachmittag, der gleichzeitig sein achter Saisontreffer war, baute Bettfür zudem seine Führung in der Torschützenliste der “Ur-Krostitzer”-Nordsachsenliga aus (85.).
Alles perfekt also für den FSV? Nein, nicht ganz. Denn in der allerletzten Minute kam nach einem Missverständnis zwischen Daniel Roos und FSV-Keeper René Möbius urplötzlich noch einmal ein Oschatzer im Krostitzer Strafraum an den Ball. René Möbius wusste sich nur noch mit einem Foul zu helfen – und musste folgerichtig mit Rot vom Platz. Den fälligen Elfmeter verwandelte erneut der Oschatzer Kapitän Jan Böhme zum 5:2-Endstand (90.).
Fazit: Der FSV fand mit diesem völlig verdienten Sieg zurück in die Erfolgsspur. Einziger Wermutstropfen war die Rote Karte für René Möbius, besonders weil sie völlig unnötig war und der Krostitzer Keeper den Bierdörflern damit zumindest nächste Woche beim Tabellendritten Rot-Weiß Mehderitzsch fehlen wird.
Martin Hoffmann
Torfolge:
1:0, 2:0 Pawlowsky (9., 25.); 2:1 Böhme (44.); 3:1, 4:1, 5:1 Bettfür (61., 70., 85.); 5:2 Böhme (90.)
Platzverweise:
Möbius (Rote Karte, 90., Notbremse)
Aufstellungen:
FSV: Möbius – Gehrhardt, Quasdorf, Schneider, Roos – Bohnet, Rudolph (21. Stephan) – Hobusch, Pawlowsky – N. Müller, Bettfür
Oschatz: Sauer – Roßberg, Böhme, Oswald, Schieler, Pfohl (70. Schmidt), Wiesner, Arbeiter, Bretschneider, Hoyer, Erdmann
Schiedsrichter:
Markus Mazanec
Zuschauer:
76