Verdiente, aber vermeidbare Niederlage gegen Rackwitz

Die FSV-Oldies schnupperten im Kreispokal gegen Rackwitz an der Sensation – und flogen am Ende doch raus. Das lag vor allem an der eklatanten Abschlussschwäche und den Gastgeschenken in der Abwehr.

Es bewahrheitet sich immer wieder, obwohl es wahrscheinlich der abgedroschenste Fussball-Spruch überhaupt ist: Wenn du vorne deine Chancen vergeigst und hinten welche hinschenkst, dann verlierste. Sogar gegen Rackwitz.

Das Spiel insgesamt war typisch für den Pokal: ästhetisch wenig wertvoll (“spielen” war auf dem unwürdig hohen Rasen ohnehin nur bedingt möglich), taktisch geprägt, spannend. Der FSV ging auf bewährte Weise vor: hinten die Räume dicht und vorne werden die individuellen Fähigkeiten in der Offensiv-Abteilung für etwas Entscheidendes schon ausreichen. Denkste!

Dabei fing alles wie geplant an. Der Anfangsdruck der Hausherren wurde schon nach wenigen Minuten abgelassen und wir kamen selber zu einigen Kombinationen und somit zu Möglichkeiten. Aber genau da lag der Hase im Pfeffer, es ging nicht mal der “eine” Ball rein, mit dem die Krostitzer Taktik so richtig aufgegangen wäre. Die beste Chance dazu hatte Henne nach schönem Konter und anschließender Maßflanke von Lippi, doch leider zielte er wenige Zentimeter zu hoch.

Die Rackwitzer konnten zu diesem Zeitpunkt überhaupt keinen erschrecken, außer Nr. 10, ihr mit großem Abstand bester Mann. Und genau der kam nach einem ungeschickt geführten Zweikampf auf der rechten Krostitzer Abwehrseite zum Schuss. Der Bulle hatte zwar noch die Hände dran, aber der Ball fiel doch noch rein. Das war wie der viel besungene Blitz aus heiterem Himmel und unsere berühmte Kontertaktik hatte sich damit erledigt. Halbzeit.1:0 Rackwitz.

Unter Druck geraten musste der FSV das Spiel jetzt natürlich öffnen. Leider war die Laufarbeit ohne Ball, die nach hinten recht gut klappte, nach vorne weniger überzeugend (normalerweise ist es umgekehrt…). Dennoch gestattete die nicht immer sattelfeste Rackwitzer Abwehr immer mal wieder eine Gelegenheit, aber im Krostitzer Angriff war der Wurm drin!

Die Gastgeber versuchten es mit zwei bis drei Schüssen aus der Ferne, die der Bulle aber alle stilvoll entschärfte. Für das nächste Tor der Rackwitzer konnten diese selbst kaum etwas: Enrico legte auf, indem er im Spielaufbau von hinten raus den Ball so platzierte, dass ein Rackwitzer Angreifer und der Bulle nahezu gleichzeitig am Spielgerät ankamen. Gemäß der Alte-Herren-Regel, niemanden zu verletzen, verzichtete der Bulle darauf, voll ein zu steigen. Der TSV-Stürmer hatte zudem das nötige Quäntchen Glück, am Ball zu bleiben und ein leeres Tor vor sich zu sehen, das er dann auch traf. Konnte man das erste Gegentor wohlwollend noch unter “dumm gelaufen” verbuchen, so gehörte das jetzt in die Rubrik “Mega-Klops”.

Jetzt macht Krostitz Druck, benötigte aber einen Elfmeter (der TSV-Hüter war Henne ins Kreuz gesprungen) für den Anschluss. Pertzschi macht dabei nicht viel Federlesen. Da waren immer noch zehn Minuten zu spielen. Zeit genug für den Ausgleich, zumal die Rackwitzer Hintermannschaft jetzt immer öfter das gleiche Bild bot, das ein Fuchs im Hühnerstall hervor ruft.

Aber gegen die Krostitzer dieses Tages ging auch das gut. Mehr noch. Nach einer abgewehrten Ecke fuhr Rackwitz in der 85. Minute einen Konter, dem keiner der Alten Herren (normalerweise schon 15 Minuten unter der Dusche) mehr so recht folgen konnte: Sturmlauf außen – Pass in die Mitte – Mario Göbel stochert den Ball irgendwie am kurzen Pfosten rein. 3:1 – das war`s dann.

Bemerkenswert war die außergewöhnliche Fairness der Partie, so dass es überhaupt nicht störend auffiel, dass der Schiri als vielleicht einziger im Stadion von Fussball nicht viel wusste… Jetzt können sich die Krostitzer wieder in aller Ruhe dem Rest ihrer Saison widmen, die am Freitag gegen Dommitzsch fortgesetzt wird.

Ärgerlich war nur, dass man durch Chancenmord und Gastgeschenke in der Abwehr den durchaus möglichen Sieg verschenkt hat, denn Rackwitz wird in dieser Form in der Kreisliga wohl mehr nach unten schauen müssen.

Mario Krause

Torfolge:
1:0 Zimmer, 2:0 Thiele, 2:1 Pertzschi (Elfm.), 3:1 Göbel

Aufstellung: Ralf “Bulle” Arnold, Fred “Fritze” Schuster, Ronald Höhne, Karsten “Schwietzer” Otto, Enrico “Zopf” Jakob, Mirko Müller, Harald “Harry” Stephan (ab 60. Wolfgang “Wolli” Kunze), Michael “Pertzschi” Pertzsch, Andre “Kola” Kolawski (ab 75. Torsten “Kiwi” Gaumnitz), Holm “Lippi” Lipinski, Hendrik “Henne” Müller

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