„Wolli-Fußballgott“ rettet Remis – gefühlter Sieg in Muldenstein

Nur zehn “Alte Herren” hatten sich am Freitag auf den Sportplatz verirrt. So wurde das Spiel gegen Muldenstein spannender als angenommen – und die FSV-Oldies sicherten sich erst spät ein Unentschieden.

Wer am Freitag gegen Fünf am ehrwürdigen Fuchs-Stadion vorbeifuhr, rieb sich verdutzt die Augen. Da wo sich sonst 16 – 17 Fußballer trafen, scharten sich gerade mal zehn Alte Herren um den Trainer und auch der konnte keine rechte Antwort drauf geben, was wird.

So haschte man den gerade vorbeifahrenden „kleinen Liese“ vom Fahrrad, um wenigstens dem Slogan gerecht zu werden „11 Freunde sollt ihr sein”.

Das alles ging nicht ganz spurlos an der Mannschaft vorüber, Alte Herren sind ja auch nur Menschen und zum Teil recht sensibel, denn schon nach 15 Minuten stand es 2:0 für Muldenstein. Was diese Mannschaft auszeichnet, ist nicht nur der Wille und Ehrgeiz sondern auch der Zusammenhalt und die Mischung.

Otto Rehhagel, Erfinder der kontrollierten Offensive, brauchte seinerzeit keine fünf Euro ins Phrasenschwein zu zahlen, als er meinte, es gibt keine „alten“ oder „jungen“ Spieler – es gibt nur „gute“ oder „weniger gute“ und so befindet sich auch „Wolli“ im gefühlten zehnten Fußballerfrühling.

Sein erster Streich in der 34. Minute, nach schöner Vorarbeit über „Lippi“ und „Zopf“, dessen Flanke „Wolli“ mit dem Kopf zum 2:1 verwertete. Kurz nach Wideranpfiff ein erneuter Rückschlag, denn nach einem aus ca. zwanzig Metern getretenen Freistoß, der an den Innenpfosten und dann im Tor einschlug, stand es 3:1 für die Gastgeber.

Spielerisch war man zu diesem Zeitpunkt den Muldensteinern ebenbürtig, hatte sogar mehr vom Spiel, doch wieder mal zu viele Chancen liegengelassen. In der 52. Minute tankt sich „Kola“ durch, seinen Pass nutzt „Wolli“ zum 3:2-Anschlusstreffer und das sollte noch nicht das Ende sein, denn unmittelbar nach dem Anstoß fiel der Ausgleich – „Wolli´s“ dritter Streich.

Dass es dann doch bis zur 54. Minute gedauert hat, ist der etwas ruhigeren Spielweise von Gerd und Ingolf zu verdanken, die dieses Tor mustergültig vorbereitet hatten. Wie gesagt, dass Alter spielt keine Rolle und gerade diese zwei Spieler sind in den letzten Wochen ein Erfolgsgarant für dieses Team.

Fazit: Ein Unentschieden, dass sich wie ein Sieg anfühlt.

Lutz Lesch

Mannschaft: A. Henning; T. “Kiwi” Gaumnitz; R. Höhne; M. Müller; E. “Zopf” Jacob; G. Scheibe (C); I. Schmidt; “kl. Liese” Beschnidt; A. “Kola” Kolawski; H. “Lippi” Lipinski und W. “Wolli” Kunze

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