Zweite holt Unentschieden gegen SV Naundorf

Die Zweite hat am Sonntag 1:1-Unentschieden gegen den SV Naundorf gespielt. Am Ende trauerten trotzdem wieder alle zwei verlorenen Punkten nach – denn der FSV hatte die besseren Chancen.

Die gute Nachricht: Die Zweite bleibt im Jahr 2010 weiterhin ungeschlagen. Die schlechte Nachricht: Trotz allerbester Torchancen und einer 1:0-Führung im Rücken mussten sich die Bierdörfler am Sonntag mit einem Unentschieden zufrieden geben. Damit wurde der SV Naundorf zwar auf Distanz gehalten – aber die große Möglichkeit, sich endgültig von den Abstiegsrängen abzusetzen, wurde einmal mehr verpasst. Aber der Reihe nach.

Wie in der Vorwoche kamen die Bierdörfler gleich zu Beginn hoch motiviert aus der Kabine und setzten die Gäste unter Druck. Beinahe im Minutentakt erspielte sich die Schlosser-Elf gute Torgelegenheiten, scheiterte dabei aber ein ums andere Mal am eigenen Unvermögen oder dem bis dahin gut parierenden Torwart Tobias Bendel.

Exemplarisch seien hier nur die größten Möglichkeiten erwähnt: Marco Wünsch brachte es fertig, die Kugel aus drei Metern nicht über die Linie zu bekommen und scheiterte auch mit zwei weiteren Schuss-Versuchen kläglich. Kurz darauf tauchte plötzlich Steven Thoß allein vor Bendel auf, schoss aber den SV-Keeper aus drei Metern Entfernung an. Vorausgegangen war allerdings ein nicht geahndetes Foul von Thoß am besten Naundorfer, Dennis Große.

Krostitzer Abwehr steht sicher

Von den Gästen war im ersten Durchgang zunächst nur wenig zu sehen. FSV-Keeper Tom Röthel musste nur bei zwei Steilpässen aus seinem Kasten, ansonsten hatte die Krostitzer Abwehr um Libero Frank Reithe die Angreifer der Naundorfer gut im Griff.

Nur, als es beim SVN einmal schnell nach vorne ging und das Krostitzer Mittelfeld nicht schnell genug den Rückwärtsgang einlegte, brannte es im FSV-Strafraum. Aber Martin Hoffmann klärte kurz vor der Torlinie zweimal kurz hintereinander in allerhöchster Not. So ging es mit dem torlosen Unentschieden in die Kabinen.

In der Halbzeit begann es plötzlich, wie aus Eimern zu regnen, so dass sich im zweiten Durchgang ein völlig anderes Spiel entwickelte. Auf dem schweren und glitschigen Boden konnten die Bierdörfler jetzt nicht mehr so gut ihr Kombinationsspiel aufziehen und setzten stattdessen auf lange Bälle.

Harte Zweikämpfe und viele Fouls

Das Spiel wurde ruppiger, beide Mannschaften schenkten sich nichts und gingen in den Zweikämpfen kompromisslos zu Werke. Nicht immer war dabei der Ball in der Nähe, aber das gehört bei so einem Derby wohl einfach dazu und sollte von daher nicht überbewertet werden. Auf manche schauspielerische Einlage hätten beide Seiten aber trotzdem gut und gerne verzichten können.

Den Krostitzern merkte man jetzt den Kräfteverschleiß der ersten Halbzeit und das fehlende Training an. Aber die Bierdörfler fighteten und so wogte das Spielgeschehen hin und her. Beide Mannschaften hatten Chancen, in Führung zu gehen und auch der Schiedsrichter trug mit einigen strittigen (Abseits-)Entscheidungen nicht gerade zu einer Beruhigung bei.

Wie aus dem Nichts fiel dann aber doch noch das 1:0 für den FSV. Ron Stephan fasste sich am Naundorfer Strafraum ein Herz und zog einen zunächst abgewehrten Ball nach schöner Brustannahme volley aufs Tor. Der angeschlagene SV-Keeper Bendel machte nicht den besten Eindruck und ließ die Kugel durch die Hände in die Maschen gleiten (70.).

Thomas Schurig trifft ins eigene Tor

Jetzt schien alles auf einen Sieg der Bierdörfler hinaus zu laufen, aber das Tabellenschlusslicht aus Naundorf steckte nicht auf und kam so zehn Minuten vor dem Abpfiff doch noch zum Ausgleich. Einen Freistoß aus der Naundorfer Hälfte unterschätzte Alexander Berger an der Außenlinie, so dass ein SV-Angreifer sich bis zur Grundline durchtanken konnte.

Thomas Schurig, der Berger zu Hilfe eilen wollte, kam zu spät und stocherte bei seinem Rettungsversuch die Kugel über die Linie ins eigene Tor (78.). So kann es gehen, wenn man vorne die Chancen nicht macht und hinten nicht 90 Minuten hochkonzentriert zu Werke geht.

Der FSV versuchte, noch einmal zurück zu schlagen. Vor allem der spät eingewechselte Felix Messerschmidt sorgte wie in der Vorwoche für Belebung im Angriff. Messerschmidt war es auch, der die größte Chance der Bierdörfler zur neuerlichen Führung vorbereitete. Seine Freistoß-Eingabe von der linken Seite verpassten aber sowohl Michael Wege als auch der ebenfalls eingewechselte Erik Meske am langen Pfosten, so dass es am Ende beim 1:1-Unentschieden blieb.

Die Naundorfer gaben mit diesem Punkt die Rote Laterne an den Radefelder SV 90 ab. Bei den Bierdörfler überwog am Ende vor allem die Enttäuschung über zwei verschenkte Punkte. Denn wenn man nur eine oder zwei der zahlreichen Großchancen in der ersten Halbzeit genutzt hätte, wäre die Partie wohl völlig anders gelaufen. Am Samstag wartet nun mit Grün-Weiß Selben der nächste harte Gegner, ehe am Ostermontag die Eilenburger Reserve zum Kreispokal-Viertelfinale nach Krostitz reist.

Martin Hoffmann

Spielstatistik FSV Krostitz II – SV Naundorf:

Torfolge:
1:0 Stephan (70.), 1:1 Schurig (78., Eigentor)

Gelbe Karten:
Hoffmann, Thoß – Albitz, Trennert, Große

Aufstellungen:
FSV: Röthel – Reithe – Schurig, Berger – Hoffmann (62. Dillner) – Wege, Beschnidt (75. Meske), Thoß – Stephan – Pawlowsky, Wünsch (82. Messerschmidt)
SVN: Bendel, Winkler, Felgner, Trennert, Pertzsch, Bettzieche (77. Kunze), Bergmann, Albitz, Große, Wagner (45. Branke), Rauch

Schiedsrichter:
Binner, Roberto // Biedermann, Jörg // Winkler, Torsten

Zuschauer:
35

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