Zweite im Pech: Knockout durch Eigentor in der Schlussminute

Nach einem Eigentor in der letzten Minute stand der FSV trotz guten Spiels gegen den ESV Delitzsch III am Ende mit leeren Händen da. Vorausgegangen war aber eine dubiose Schiedsrichter-Leistung.

Nach dem Last-Minute-Dreier aus der Vorwoche wollten die Bierdörfler diesmal auch beim ESV Delitzsch III punkten. Die Schokoladenstädter dominieren im zweiten Jahr in Folge die Kreisliga A und verloren in dieser Saison noch kein einziges Spiel.

Dementsprechend defensiv stellte FSV-Trainer Andreas Schlosser seine Mannschaft am Samstag auf. Im Vergleich zum Rackwitz-Spiel musste er aber gleich auf mehreren Positionen umstellen. Den Libero-Posten übernahm Frank Reithe, Kevin Beschnidt rückte dafür auf die linke Bahn im Mittelfeld. Außerdem erhielt Erik Meske den Vorzug vor dem zuletzt nicht überzeugenden Daniel Kaupert und Martin Hoffmann durfte für Felix Messerschmidt auf der Vorstopper-Position ran.

Weil zeitgleich mit der Zweiten auch die Erste spielte, musste Schlosser auch im Sturm umstellen: Neben Mario Göbel stürmte diesmal Holm Lipinski, der eigentlich nur noch für die Alten Herren gegen den Ball tritt. Apropos Alte Herren: Beim ESV Delitzsch lief eine Mannschaft mit dem staatlichen Durchschnittalter von 33,2 Jahren auf. Zum Vergleich: Der Altersschnitt der Krostitzer betrug trotz “Methusalem” Lipinski lediglich 24 Jahre.

Delitzsch im Angriff zu harmlos

Und trotzdem begann der FSV gut. Dicht gestaffelt und von Frank Reithe lautstark organisiert, überließen die Bierdörfler den Delitzschern weite Teile des Spielfeldes und beschränkten sich zunächst auf die Defensive.

Der Gastgeber tat sich sichtbar schwer und versuchte immer wieder, mit weiten Diagonalbällen zum Erfolg zu kommen. Mehr als ein Torschuss von Marcus Preussner aus der zweiten Reihe, der links am Kasten vorbei flog, sprang dabei allerdings zunächst nicht heraus (20.).

Mit zunehmender Spieldauer wurde der FSV etwas mutiger, aber Göbel und Lipinski waren im Sturm zu oft auf sich allein gestellt und so blieb der Delitzscher Schlussmann Maik Kischko weitgehend beschäftigungslos.

Krostitz beschänkt sich auf die Defensive

Nach einer halben Stunde klingelte es dann doch im Krostitzer Tor. Eine Flanke von der rechten Seite wurde zu kurz in die Mitte abgewehrt, sprang vor die Füße von Marcus Preussner und diesmal ließ es sich der ESV-Stürmer nicht nehmen und vollendete von der Strafraumgrenze zum 1:0 für die Delitzscher (30.)

Der FSV behielt bis zur Pause trotzdem weiter seine defensive Linie bei und so ging es mit dem 0:1-Rückstand in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel bot sich den wenigen Zuschauern das gleiche Bild: Der FSV lauerte auf Konter und der ESV versuchte, das zweite Tor zu erzielen. Erst nach einer Stunde machte die Schlosser-Elf hinten etwas mehr auf und eröffnete den Delitzschern dadurch mehr Räume.

Bei einer Kontersituation hatten die Bierdörfler Glück, dass Marcus Preussner den Ball aus zehn Metern frei vor dem Tor nur neben den Kasten setzte (70.). Ansonsten war von den Delitzschern in der Offensive wenig zu sehen. Im Gegenteil: Eine Viertelstunde vor dem Ende legte der FSV endgültig seine Hemmungen ab und machte nun immer mehr selber das Spiel. Folgerichtig gelang Mario Göbel nach einer Krostitzer Druckphase der Ausgleich (85.)

Schiedsrichter entscheidet das Spiel

Aber noch waren fünf Minuten zu spielen und der ESV drängte noch einmal auf den zweiten Treffer. Als alles schon mit dem Schlusspfiff rechnete, rückte dann Schiedsrichter Jens Kottenhahn in den Mittelpunkt, der bis dahin bereits mehrfach mit teilweise eklatanten Fehlentscheidungen auf beiden Seiten für Aufregung gesorgt hatte.

Nach einem völlig harmlosen Zweikampf am FSV-Strafraum gab Kottenhahn in der Nachspielzeit noch einmal einen Freistoß für den ESV. René Kreer brachte die Kugel von der rechten Seite scharf nach innen und in der Mitte fälschte Ron Stephan die Kugel per Kopf so unglücklich ab, dass sie hinter Tom Röthel in die Maschen flog (90.+1).

Der Jubel beim ESV war groß, die Bierdörfler haderten hingegen mit sich selbst und mit dem Schiedsrichter. Denn nach einer großen kämpferischen Leistung wäre ein Punkt beim Spitzenreiter für die Schlosser-Elf durchaus verdient gewesen. So aber hat die Zweite nach dem Ende der Hinrunde nur 13 Punkte auf dem Konto und ist damit genauso erfolgreich gewesen, wie zum selben Zeitpunkt der letzten Saison unter Harald Seifert.

Martin Hoffmann

Spielstatistik ESV Delitzsch III – FSV Krostitz II:

Torschützen:
1:0 Preussner (30.), 1:1 Göbel (85.), 2:1 Stephan (90.+1, Eigentor)

Aufstellungen:
FSV: Röthel – Reithe – Berger, Schurig – Hoffmann, Thoß – Meske (75. Kaupert), Stephan, Beschnidt – Göbel, Lipinski (80. Hummel)
ESV: Kischko – Zahn, Jöricke, Kreer, Döhler, Wolff (Polifka), A. Bernhardt, Stadtherr, Erdmann, Teresniak (Schröter), Preussner (Reibetanz)

Gelbe Karten:
Stephan, Reithe

Zuschauer:
25

Schiedsrichter:
Kottenhahn (Schönwölkau), Thunak (Delitzsch), Herdegen (Neukyhna)

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