Die Zweite ist am Sonntag gegen den SV Pressel nicht über ein 1:1-Unentschieden hinausgekommen. Dabei sündigten die Bierdörfler im großen Stil mit ihren Torchancen – was sich am Ende bitter rächte.
Nachdem die letzten Punktspiele gegen den PSV Delitzsch, Schenkenberg und den SV Laußig ausgefallen waren, konnte am Sonntag gegen den SV Pressel endlich wieder gespielt werden. Weil das Hinspiel mit 1:3 verloren wurde und die Bierdörfler im “Kessel von Pressel” damals ihre schlechteste Saisonleistung gezeigt hatten, wollte die Mannschaft von Andreas Schlosser an diesem Wochenende Wiedergutmachung.
Und das Spiel begann richtig gut für den FSV. Es spielten nur die Bierdörfler, der SV Pressel kam überhaupt nicht zur Entfaltung. Die Zuschauer im Stadion rieben sich verwundert die Augen, denn so hatten sie die Zweite lange nicht mehr spielen gesehen.
Folgerichtig ergaben sich schon in der Anfangsphase jede Menge Möglichkeiten für die Krostitzer. Martin Hoffmann köpfte die Kugel nach einer missglückten Abwehr des ansonsten starken Michael Günther an die Latte (4.), kurz darauf zögerte Steven Thoß im Strafraum etwas zu lange und traf nur das Außennetz (6.).
Acht Minuten später vergab Marco Wünsch die beste Gelegenheit zur Führung, als er die Kugel völlig frei vorm Presseler Tor nach einer flachen Hereingabe von der linken Seite aus sechs Metern nur an die Oberkante der Latte schoss (13.). Und auch Martin Hoffmann hatte kein Glück, als sein Linksschuss aus 14 Metern knapp am langen Pfosten vorbeiflog (20.).
Nach 25 Minuten hätte es gut und gerne 4:0 für den FSV stehen können, von den Presselern um Routinier Uwe Marthaler war rein gar nichts zu sehen. Stattdessen bestürmten die Bierdörfler weiter das Gehäuse von Michael Günther und setzten alles daran, noch vor der Pause in Führung zu gehen. Allein der Ball wollte trotz weiterer guter Möglichkeiten von Thoß, Wünsch und Wege nicht mehr über die Linie.
Wie so oft im Fußball hätte sich das kurz vor dem Halbzeitpfiff beinahe gerächt, als Kevin Beschnidt eine scharfe Hereingabe von der rechten Seite im eigenen Strafraum abfälschte. Aber FSV-Torwart Tom Röthel war rechtzeitig zur Stelle und hielt das Leder fest (43.). So ging es mit einem torlosen Unentschieden in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel wollten die Bierdörfler weiter Druck machen. Aber es kam alles ganz anders. Mit dem Wind im Rücken drückten die Gäste plötzlich auf das FSV-Tor, weil sich die Verteidiger der Krostitzer nicht schnell genug auf die hohen, langen Bälle der Presseler einstellten.
So kam es wie es kommen musste: Nach einem schnell ausgeführten Abstoß der Presseler war Alexander Berger mit den Gedanken wohl noch in der Kabine und ließ die Kugel passieren. Libero Frank Reithe versuchte noch zu klären, machte dabei aber alles nur noch schlimmer und in der Mitte bedankte sich der eingewechselte André Möbius und schoss die Kugel ungehindert zur Führung für den SVP in die Maschen (55.).
Dieses Tor stellte den Spielverlauf auf den Kopf und die Bierdörfler reagierten mit wütenden Angriffen. Aber die Presseler Defensive hatte sich inzwischen besser auf die FSV-Angreifer eingestellt. Einzig Michael Wege sorgte mit seinen Sololäufen immer wieder für Gefahr im Strafraum der Gäste.
Eben jener Michael Wege war es dann auch, der nach 70 Minuten den Ausgleich erzielte. Nachdem sich Daniel Pawlowsky auf der linken Außenbahn stark durchgetankt und die Kugel flach in die Mitte gebrachte hatte, stand Wege am langen Pfosten frei und drückte die Kugel aus Nahdistanz über die Linie (68.).
Jetzt hatten die Krostitzer plötzlich wieder Oberwasser und spielten auf das zweite Tor. Andreas Schlosser brachte mit Felix Messerschmidt einen neuen Stürmer und nahm den diesmal blassen Mario Göbel vom Feld. Dieser “bedankte” sich, indem er, noch während das Spiel lief, das Stadion verließ. Eine mehr als fragwürdige Aktion.
Felix Messerschmidt sorgte hingegen umgehend für neuen Schwung und hatte nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung die große Chance zur Führung. Aber frei vorm Presseler Torwart zögerte er etwas zu lange und legte die Kugel dann per Hacke auf Daniel Pawlowsky ab, statt es selber zu versuchen. Ein Presseler Abwehrspieler konnte die Situation letztendlich klären (75.).
Wenig später stand erneut Messerschmidt im Mittelpunkt, als er nach Zuspiel von Martin Hoffmann wieder völlig frei im Gäste-Strafraum auftauchte, die Kugel aber aus 13 Metern am langen Pfosten vorbei schoss (80.). Kurz darauf zeigte SV-Keeper Günther erneut sein ganzes Können, als er mit einem tollen Reflex einen abgefälschten Schuss aus dem Dreiangel kratzte (82.). Der Ball wollte einfach nicht ins Tor.
Die Presseler verteidigten jetzt mit Mann und Maus den einen Punkt und lagen sich kurz darauf jubelnd in den Armen, als der nicht immer souveräne Schiedsrichter Fredi Rommel die Partie abpfiff. Die Bierdörfler hingegen wussten nicht, wie sie dieses Spiel nicht gewinnen konnten.
Statt eines 7:1- oder 8:1-Erfolges stand am Ende lediglich ein 1:1 auf der Habenseite. Wie schon in der Hinrunde, verpasste es die Schlosser-Elf wieder trotz klarster Torchancen, den Sack zuzumachen. Eine Weiterentwicklung der Mannschaft ist also nicht erkennbar, was vor allem an der schlechten Trainingsbeteiligung und -gestaltung liegen dürfte, die in der Zweiten derzeit herrscht.
Martin Hoffmann
Torschützen:
0:1 Möbius (55.), 1:1 Wege (68.)
Gelbe Karten:
Reithe, Hoffmann, Pawlowsky
Aufstellungen:
FSV: Röthel – Reithe – Berger, Beschnidt – Hoffmann (Meske) – Wege, Thoß, Stephan (Dillner), Wünsch – Pawlowsky, Göbel (Messerschmidt)
Pressel: Günther – Thürmer, Peters, Nietzelt, Böhme, Negendank, Rudolph, Kläring, Bulst, Marthaler, Okwieka
Zuschauer:
50
Schiedsrichter:
Fredi Rommel (Laußig), Florian Quaaßdorf (Laußig), Matthias Rohne (Delitzsch)