Zweite unterliegt trotz großem Kampf in Zwochau

Die Zweite hat sich am Sonntag beim Tabellendritten SV Zwochau achtbar aus der Affäre gezogen und denkbar knapp mit 2:3 verloren. Mit etwas mehr Abgezocktheit wäre aber durchaus auch ein Unentschieden drin gewesen.

Nach drei Pflichtspielsiegen in Folge fuhr die Mannschaft von Andreas Schlosser selbstbewusst nach Zwochau, wo mit dem Tabellendritten ein starker Gegner wartete. Verzichten mussten die Bierdörfler diesmal auf Felix Messerschmidt, der wegen einer Beinverletzung ausfiel.

Aus der ersten Mannschaft half diesmal nur Felix Koch mit in der Zweiten aus, so dass die Marschrichtung der Schlosser-Elf vom Anpfiff weg klar war: Aus einer sicheren Abwehr sollten immer wieder in der Offensive Nadelstiche gesetzt werden, um die Zwochauer so zu verunsichern.

Aber dieses Konzept wurde schon nach zehn Minuten über den Haufen geworfen. Nach einer Ecke von Saban Kilic kam Stefan Dinter im FSV-Strafraum an den Ball und hämmerte die Kugel unter die Latte (10.).

Ein Treffer, der eigentlich nicht hätte zählen dürfen, weil Dinter seinen Gegenspieler Mario Göbel vorher deutlich sichtbar weggestoßen hatte. Zum Entsetzen der Bierdörfler blieb die Fahne von Schiedsrichter-Assistent Wilfried “Willi” Wend, der beste Sicht auf das Geschehen hatte, aber unten.

Röthel bewahrt FSV vor dem Rückstand

So musste der FSV in der Folge einem Rückstand hinterherlaufen und sah dabei alles andere als gut aus. Die Zwochauer brachten die Krostitzer Verteidigung immer wieder mit weiten Diagonalbällen zur Verzweiflung und vor allem der agile René Voigt stellte die Bierdörfler immer wieder vor Probleme. Einzig dem stark haltenden Tom Röthel im FSV-Tor war es zu verdanken, dass der SVZ den Vorsprung nicht weiter ausbauen konnte.

Wie aus dem Nichts kam die Schlosser-Elf dann aber doch zum Ausgleich: Marco Wünsch dribbelte sich bei einem der wenigen Krostitzer Entlastungsangriffe im Zwochauer Strafraum frei und wurde per Grätsche von den Beinen geholt. Schiedsrichter Stefan Piknik entschied zu Recht auf Elfmeter für den FSV.

Das wiederum brachte den Zwochauer Ronny Tannert so sehr auf die Palme, dass er sich zu einem leichten Rempler gegen Mario Göbel hinreißen ließ. Schiedsrichter Piknik hatte die Aktion wohl selber nicht gesehen, zeigte Tannert dann aber trotzdem die Rote Karte und sorgte dadurch dafür, dass die bis dato eigentlich recht faire Partie von nun an hitziger wurde.

FSV kommt besser ins Spiel

Vorher trat aber Marco Wünsch noch zum Elfmeter an und verwandelte sicher zum 1:1-Ausgleich für den FSV, der bis dahin völlig unverdient war (35.). Der Treffer gab den Bierdörflern aber plötzlich Sicherheit und mit einem Mann mehr auf dem Feld ließ die Schlosser-Elf bis zur Pause keine weiteren Torchancen für den SVZ zu, der seine numerische Unterlegenheit durch noch härteres Zweikampfverhalten wett zu machen suchte.

Nach dem Seitenwechsel entglitt das Spiel dem Schiedsrichter dann vollkommen. Die Zwochauer gingen mehr als nur rustikal zu Werke und der FSV tat sich schwer, mit dieser Spielweise zurecht zu kommen. Vor allem Zwochaus kreisbekannter Hitzkopf Steve Fleischer tat sich einige Male durch überharte Tacklings hervor und hatte Glück, dass er nicht mit Gelb-Rot vom Platz musste, als er innerhalb von nur fünf Minuten gleich dreimal gelbwürdig zulangte.

Ausgerechnet Fleischer war es dann aber, der die erneute Führung für die Gastgeber erzielte. Einen hohen Ball aus der Zwochauer Hälfte schätzte Thomas Schurig falsch ein und kurz darauf zappelte das Leder zum zweiten Mal im Krostitzer Netz (55.).

“Das Phantom” trifft per Kopf

Der Jubel im Zwochauer Lager kannte keine Grenzen mehr, aber noch gaben sich die Bierdörfler nicht geschlagen. Denn nach einer Kaupert-Flanke von der rechten Seite war Felix Koch, von dem bis dahin wenig zu sehen gewesen war, mit dem Kopf zur Stelle und zum Entsetzen der Zwochauer Fans senkte sich das Leder hinter SV-Keeper Michael Anders ins Netz (70.).

Die Heimmannschaft reagierte darauf mit wütenden Angriffen und schnürte den FSV nun wieder in der eigenen Hälfte ein. Die Bierdörfler wussten sich nur noch mit langen Bällen zu helfen und konnten so kaum noch für Entlastung sorgen.

Eine Viertelstunde vor dem Ende erwies dann auch noch Mario Göbel seiner Mannschaft einen Bärendienst, als er sich, provoziert von einem Zwochauer, zu einem Tritt hinreißen ließ und dafür zu Recht die Rote Karte sah. Mit zehn Mann fighteten die Bierdörfler jetzt um den einen Punkt, doch die Einschläge am Tor von Tom Röthel kamen immer näher.

Zunächst stemmte sich der FSV bei einem indirekten Freistoß im eigenen Strafraum noch gemeinschaftlich gegen den Gegentreffer und kurz darauf rettete Tom Röthel per Fußabwehr gegen einen Voigt-Schuss aus Nahdistanz per Fußabwehr (75.).

Krostitz kämpft bis zum Schluss

Fünf Minuten vor dem Ende war es dann aber doch soweit: Auf der linken Abwehrseite wurde ein Zwochauer nicht am Flanken gehindert und in der Mitte war es erneut Fleischer, der höher als Thomas Ackermann sprang und zum 3:2 für Zwochau einköpfte (85.).

Der FSV warf in den letzten Minuten zwar noch einmal alles nach vorne; sogar Torwart Tom Röthel fand sich im gegnerischen Strafraum wieder. Trotzdem reichte es nicht mehr zum Ausgleich und so standen die Bierdörfler am Ende trotz einer ordentlichen kämpferischen Leistung mit leeren Händen da.

Schuld daran war neben einigen zumindest fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen vor allem die mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive, an der die junge Mannschaft unter der Woche weiter hart arbeiten muss.

Martin Hoffmann

Spielstatistik SV Zwochau – FSV Krostitz II:

Torschützen:
1:0 Dinter (10.), 1:1 Wünsch (35., Foulelfmeter), 2:1 Fleischer (55.), 2:2 Koch (70.), 3:2 Fleischer (85.)

Rote Karten:
Tannert (Zwochau, 35. Tätlichkeit) – Göbel (FSV, 75., Tätlichkeit)

Gelbe Karten:
Ferdini, Jericke, Fleischer – Thoß, Stephan

Aufstellungen:
FSV:
Röthel – Beschnidt – Schurig, Ackermann – Hoffmann, Thoß – Kaupert, Stephan, Wünsch – Göbel, Koch

Zwochau: Anders – Kummer, Fleischer (Gründling), Püschel, Kilic (Biedermann), Tannert, Ferdini, Woetzel, S. Jericke, Dinter, Voigt

Zuschauer:
70

Schiedsrichter:
Pikinik (Mörtitz), Krüger (Laußig), Wend (Mörtitz)

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