Zweite versinkt nach 1:3 in Pressel tief im Abstiegssumpf

Auf die FSV-Reserve kommen ganz, ganz schwere Zeiten zu: Denn nach der 1:3 Niederlage im “Kessel von Pressel” steckt die Mannschaft von Andreas Schlosser mitten im Abstiegskampf fest.

Der legendäre "Kessel von Pressel"Bereits vor dem Spiel hätte allen im FSV-Lager klar sein müssen, womit man bei den Heidedörflern, die vorher selber erst vier Punkte auf dem Konto hatten, rechnen musste: Einem Kampf um jeden Zentimeter Raumgewinn.

Dementsprechend engagiert hätten die Bierdörfler selbst dagegen halten müssen, aber mit dem Anpfiff schienen alle guten Vorsätze wie weggeblasen. Keiner der FSV-Spieler bekam auch nur ein Bein vor das andere.

Krostitz agiert zu umständlich

Zwar stand die FSV-Defensive um Libero Kevin Beschnidt sicher und ließ einmal mehr kaum Torchancen für den Gegner zu. Das Offensivspiel der Bierdörfler lahmte jedoch, was vor allem daran lag, das das Mittelfeld auf dem alles andere als guten Platz viel zu oft mit umständlichem Kurzpassspiel überbrückt werden sollte und der Ball dadurch ein ums andere Mal an der dicht gestaffelten SV-Abwehr hängen blieb.

Statt das Spiel in die Breite zu ziehen, zog es die beiden Außen Marco Wünsch und Erik Meske immer wieder in die Mitte, wo die Presseler geschickt die Räume eng machten. Auch Felix Messerschmidt, der diesmal im Sturm für Daniel Kaupert von Beginn an ran durfte, schaffte es nicht, die FSV-Offensive durchschlagskräftiger zu machen und musste, gelb-rot-gefährdet, nach einer enttäuschenden Leistung folgerichtig schon zur Halbzeit vom Platz.

Da stand es aber schon 0:1 aus Krostitzer Sicht: Einen Freistoß 30 Meter vor dem Krostitzer Tor hatte der Presseler Michael Kläring schnell ausgeführt, Kevin Beschnidt trat am eigenen Sechzehner über den Ball und Routinier Uwe Marthaler brauchte die Kugel aus zwölf Metern nur noch in die Maschen zu dreschen (40.).

Tony Seidel belebt das FSV-Angriffsspiel

Kurz darauf verletzte sich zu allem Überfluss auch noch Manndecker Thomas Ackermann am Knie und musste zur Pause ausgewechselt werden. Für ihn kam Sebastian Dillner in die Partie.

Im zweiten Durchgang zeigten die Bierdörfler dann aber endlich ihr wahres Gesicht. Mit mehr Zug zum Tor und teilweise ansehnlichen Kombinationen wurden die Gastgeber immer weiter in die eigene Hälfte gedrängt.

Vor allem der für Messerschmidt im Sturm eingewechselte Tony Seidel sorgte bei seinem ersten Saisonspiel für ordentlich Betrieb und bereitete mehrere gefährliche Aktionen der Bierdörfler mustergültig vor. Der Ausgleich schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, aber weder Mario Göbel noch Marco Wünsch schafften es in dieser Phase, den Presseler Torwart zu bezwingen.

Bierdörfler stecken nicht auf

Mitten in diesen Krostitzer Sturmlauf fiel dann aber wie aus dem Nichts das 2:0 für die Gastgeber. Thomas Schurig verlor den Ball kurz vorm eigenen Strafraum leichtfertig an einen Presseler und kurz darauf musste FSV-Keeper Tom Röthel die Kugel zum zweiten Mal aus den Maschen holen (60.).

Noch blieb genug Zeit und die Bierdörfler steckten trotz des Zwei-Tore-Rückstandes nicht auf und drängten weiter auf den Anschlusstreffer. Aber nur zehn Minuten nach dem 0:2 sorgte Tommy Nietzelt nach einem neuerlichen Konter für das 3:0 der Gastgeber (70.).

Mario Göbel verkürzte zwar fünf Minuten später noch auf 1:3 und wer weiß, was passiert wäre, wenn Kevin Beschnidts herrlicher Freistoß nicht an die Latte, sondern ins Tor geflogen wäre, wenn Sebsatian Dillners Freistoß aus 12 Metern im Tor statt in der Mauer gelandet wäre oder wenn Mario Göbel eine weitere seiner guten Gelegenheiten genutzt hätte.

FSV muss jetzt gegen Naundorf punkten

So aber verteidigten die Presseler den Dreier bis zum Schlusspfiff erfolgreich und stürzen die Bierdörfler nach dem 2:0-Erfolg der Vorwoche wieder zurück in den Abstiegsstrudel.

Beim nächsten Spiel gegen das Tabellenschlusslicht SV Naundorf muss die Schlosser-Elf am kommenden Sonntag unbedingt dreifach punkten. Dass dies aber nur mit einer komplett anderen Einstellung aller Spieler möglich ist, sollte jedem im FSV-Lager klar sein.

Martin Hoffmann

Spielbericht LVZ:
Ganz Pressel in Feierlaune, denn Uwe Marthler, der Kapitän führte seine Mannen einen Tag vor seinem 40. Geburtstag zum erhofften Erfolg. Selbst durfte oder mußte er den Torreigen eröffnen. Michael Kläring hatte einen Freistoß schnell ausgeführt und Marthaler nutzte diese Gelegenheit in der 40. Minute eiskalt. Dann erhöhte in der 60. Minute Benjamin Bulst zum 2:0 und Tommy Nietzelt nach 70 Minuten gar zum 3:0. Somit schien alles zur Party bereit. Aber die immer gut mitspielenden Krostitzer gaben nicht klein bei. Mario Göbel verkürzte zum 3:1 und als Michael Kläring die Ampelkarte sah, wurde es noch einmal ganz eng. Aber mit viel Einsatz verteidigten die Heidedörfler mit Unterstützung von den Rängen die wichtigen drei Punkte.

Manfred Otto

Spielstatistik SV Pressel – FSV Krostitz II:

Torschützen:
1:0 Marthaler (40.), 2:0 Bulst (60.) , 3:0 Nitzelt (70.), 3:1 (75. Göbel)

Aufstellungen:
FSV:
Röthel – Beschnidt – Ackermann (46. Dillner), Schurig – Hoffmann – Thoß – Wünsch, Stephan, Meske (77. Kaupert) – Göbel, Messerschmidt (46. Seidel)
Pressel:
Günther – Jost, Claußnitzer (Tröpgen), Nietzelt, Böhme, Thürmer (Negendank), Rudolph, Kläring, Bulst (Peters), Marthaler, Okwieka

Gelbe Karten:
Bulst, Böhme, Kläring – Hoffmann, Stephan, Messerschmidt, Dillner

Schiedsrichter:
Binner (Zwochau), Rohne (Delitzsch), Goldstein (Radefeld)

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